Baermann, Heinrich

Basisdaten

  1. Baermann, Heinrich Joseph
  2. 14. Februar 1784 in Potsdam
  3. 11. Juni 1847 in München
  4. Klarinettist, Komponist, Militärmusiker
  5. München

Ikonographie

Heinrich Joseph Baermann (Quelle: Wikimedia)

Biographische Informationen aus der WeGA

Sohn von Franz Rudolph Baermann und Susanne Elisabeth, geb. Braun; ausgebildet im Militär-Waisenhaus in Potsdam; 1798 Klarinettist bei der Potsdamer Leibgarde; Schüler Beers und Fr. Tauschs; 1807 als 1. Klarinettist nach München; Ende 1811/Anfang 1812 Konzertreise mit Weber u.a. nach Prag, Leipzig, Dresden, Berlin; 1813 in Wien; besuchte mit seiner Lebensgefährtin Helena Harlas Weber 1818 in Dresden; nach Tod der Harlas 1821 Heirat mit Franziska von Zimmermann, 1825 mit Maria von Calatin; zahlreiche Konzertreisen auch mit seinem Sohn Carl (1828 in Kopenhagen, 1839 in Paris)

1797–1804 in Potsdam

Baermann war Sohn eines Militärmusikers und erhielt in diesem Zeitraum seinen ersten Klarinettenunterricht in der Militärmusikschule zu Potsdam bei dem Klarinettisten Joseph Beer (1744–1812), der zu dieser Zeit als königlich preußischer Kammermusikus angestellt war.

1804 – Unterricht in Berlin

Baermann erregte die Aufmerksamkeit von Prinz Louis Ferdinand, der ihn daraufhin nach Berlin berief, wo er künftig vom königlichen Hofmusiker Franz Tausch (1762–1817) unterrichtet wurde.

1806 – Teilnahme als Militärmusiker am Krieg

1806 unterbrach Napoleons Kriegserklärung an Preußen und Russland seinen Aufenthalt in Berlin; Baermann nahm als Militärmusiker an den Kämpfen teil und geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er sich aber befreien konnte. Er kehrte in das von den Franzosen besetzte Berlin zurück, konnte jedoch keine Anstellung finden. Mit einem Empfehlungsschreiben des bayerischen Kronprinzen versehen ging er nach München, und nach seinem ersten Mitwirken bei den Vermählungsfeierlichkeiten der ältesten Tochter des Königshauses bot ihm König Maximilian I. die Stelle eines Ersten Klarinettisten in der Hofkapelle an.

1806–1834 – Engagement in der Münchner Hofkapelle

In diesem Zeitraum stand Heinrich Baermann an der Spitze der Königlich-Bayerischen Hautboisten. Es folgten zahlreiche Konzertreisen durch Europa, wo er auf immense Bewunderung und Verehrung stieß. Durch die technische Brillanz seines Spiels galt er als kunstsinnig, was ihm in der Folgezeit auch zu internationalem Ruhm verhalf. Die in den Lehrwerken immer wieder erhobene Forderung, der Klarinettist müsse auf seinem Instrument singen, wurde von Baermann auf nahezu ideale Weise erfüllt. Die Begegnung sowie die Freundschaft mit Carl Maria von Weber und später mit Felix Mendelssohn Bartholdy wurde für die Künstler zu einer Zeit gemeinsamen Schaffens und gegenseitiger Inspiration. Insbesondere durch die Bekanntschaft zu Baermann sah sich Weber inspiriert und motiviert, zahlreiche Werke für Klarinette zu verfassen. Auch als Lehrer wirkte Baermann nachhaltig auf die hohe Qualifizierung der kommenden Klarinettistengeneration ein. U.a. zählte sein Sohn Carl später zu seinen Schülern. Überdies veröffentlichte Baermann zahlreiche Klarinettenkompositionen, wovon ein Adagio für Klarinette zunächst fälschlicherweise dem jungen Richard Wagner zugeschrieben wurde.

Freundschaft mit Carl Maria von Weber

Baermann lernte 1811 in München Carl Maria von Weber kennen, der noch im selben Jahr für den Virtuosen ein Concertino und zwei Konzerte schrieb; auch Webers gesamte Kammermusik für Klarinette ist für Baermann komponiert. Baermann widmete Weber im Gegenzug seine Klarinettensonate op. 31 (Leipzig: Breitkopf & Härtel, PN: 4370). 1811/12 unternahmen beide eine gemeinsame Konzertreise nach Prag, Dresden, Leipzig, Weimar, Gotha und Berlin. Spätere persönliche Treffen gab es 1813 in Wien, 1815 in München und 1818 in Dresden.

25. Dezember 1817

Konzert in Paris

29. Januar 1818

Konzert in Paris

30. Juni 1818

Besuch in Dresden, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, Helena Harlas.

16. Juli 1818

Besuch in Berlin, gemeinsam mit Helena Harlas, die am 21. Oktober 1818 in München starb

25. November 1820

Konzert in Berlin

2. Dezember 1820

Konzert in Berlin

2. Februar 1821

Konzert in Wien

13. Oktober 1821

Heiratserlaubnis (Schreiben der Kgl. Hofmusik-Intendanz) mit Franziska v. Zimmermann aus Ulm

Mai 1822

Trennung von Franziska v. Zimmermann

13. Juli 1822

Übertritt von der katholischen zur protestantisch-reformierten Religion

1. August 1822

Heiratsgesuch mit Maria v. Calatin aus Pappenheim

Oktober 1822

Zwei Konzerte in Bremen

Ende 1822

Aufenthalt in Kassel

1823

Aufenthalte in Riga und St. Petersburg

5. August 1823

Konzert in Straßburg

12. August 1823

Konzert in Straßburg

19. September 1825

Heirat mit Maria von Calatin im Kgl. prot. Stadtpfarramt München (lt. Beilage zum Familienbogen)

17. Dezember 1827

Konzert mit seinem Sohn in Berlin

Mai 1828

Konzert mit seinem Sohn in Kopenhagen

5. Januar 1833

Konzert mit seinem Sohn in Berlin

1833

Konzerte mit seinem Sohn in Weimar und Königsberg

1834

Konzert in Nürnberg

1836

Konzert in Frankfurt

1839

Konzert mit seinem Sohn in Paris

11. Juni 1847

Heinrich Joseph Baermann stirbt und wird unter großer Anteilnahme der Münchner Bevölkerung auf dem südlichen Friedhof (München) beigesetzt.

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