Aufführungsbesprechung Hamburg: „Preciosa“ von Carl Maria von Weber am 9. Juni 1822

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Am 9ten Juny wurde Preciosa gegeben, „auf hohes Verlangen,“ wie der Comödienzettel besagte. Dieser hier etwas ungewöhnliche Beysatz bezog sich auf die Anwesenheit des Kronprinzen von Schweden, welcher diesen Abend das Theater besuchte. Die Rolle der Preciosa gab diesen Abend nochmals Dem. Pohlmann, aber, wie wir hören, zum letzten Male, worüber sich alle, die es mit dieser braven Künstlerin gut meynen, freuen werden. Die Recitation einer so bedeutenden Rolle, als die der Preciosa ist, die gleich mit einem in poetischer Extase zu sprechenden lyrischen Gedichte anfängt ec., erfordert eine Anstrengung und Stärke der Redestimme, die von einem, der fortdauernd seine Stime dem Gesange erhalten und für denselben ausbilden will, nicht geleistet werden kann. Das eine kann immer nur cultivirt werden auf Unkosten des andern; ein geübter, fertiger Sänger mit schöner Stimme und ein kräftiger, ausdrucksvoller Declamator kann niemals Eine Person zugleich seyn. Dem. Pohlmann hat also Recht gethan, wenn sie diese Rolle, die ihr ohnehin nur unterweilen anvertrauet worden war, wieder zurück gegeben hat. Zudem erfordert die Romanze, das einzige Gesangstück in der Preciosa, keinesweges eine kunstgeübte Sängerin; es ist vielmehr so einfach gesetzt, daß billig von jeder Schauspielerin so viel Musik gefordert werden dürfte, es vortragen zu können: oder wo es durch eine so geübte melodramatische Recitation ersetzt wird, als früherhin auf unserer Bühne der Fall war, ist in der ganzen Vorstellung kaum etwas zu vermissen.

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Apparat

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Amiryan-Stein, Aida

Überlieferung

    Einzelstellenerläuterung

    • Stimerecte „Stimme“.

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