Weber-Studien Band 9

Bericht über das Symposium „Carl Maria von Weber und das Virtuosentum seiner Zeit“ (Dresden 2011) sowie Beiträge zu Weber in Stuttgart und Gotha

Bericht über das Symposium „Carl Maria von Weber und das Virtuosentum seiner Zeit“ (Dresden 2011) sowie Beiträge zu Weber in Stuttgart und Gotha, hg. von Markus Bandur, Manuel Gervink und Frank Ziegler, Mainz 2014, ix, 356 S.
Bestellnummer: ED 22265; ISBN 3-7957-0386-8

Einleitung

Die Internationale Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft e. V. hat als ihr erstes Satzungsziel die „Förderung der Auseinandersetzung mit dem Werk Carl Maria von Webers“ formuliert. Zu diesem Zweck unterstützt sie die Forschungen über den Komponisten und hat im Rahmen ihrer Mitgliederversammlungen, die jährlich an wechselnden Orten mit Weber-Bezug stattfinden, schon vielfach zu wissenschaftlichen Vorträgen bzw. in Verbindung mit den Mitarbeitern der Weber-Gesamtausgabe sowie lokalen Institutionen auch zu Symposien eingeladen. Der vorliegende Band vereint Beiträge zu drei Themenkomplexen, die im Rahmen solcher Mitgliederversammlungen behandelt wurden.

2011 fand das Jahrestreffen der Gesellschaft in Dresden statt; aus diesem Anlass hatte die dortige Hochschule für Musik Carl Maria von Weber am 21. und 22. Oktober d. J. zu einem Internationalen Symposion unter der Überschrift „Carl Maria von Weber und das Virtuosentum seiner Zeit“ eingeladen. Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung lag in den Händen von Prof. Dr. Manuel Gervink (Tagungsleiter) und Solveig Schreiter. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Weber-Gesellschaft sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Unter drei thematischen Schwerpunkten widmeten sich die Referent(inn)en einerseits allgemein „Aspekten des Virtuosentums des 19. Jahrhunderts“, andererseits speziell „Carl Maria von Weber und den Anfängen eines Virtuosen-Konzertbetriebs“ sowie darüber hinaus den „Zeitgenossen Webers im System des Virtuosen-Konzertbetriebs“. Wie schon bei der Mitglieder-versammlung 2006, die ebenfalls mit einem Symposion zu Weber verbunden war (vgl. den Bericht in Bd. 8 der Weber-Studien), trat die Dresdner Hochschule als Kooperationspartner nicht nur „auf dem Papier“ in Erscheinung: So wurde das Symposium durch ein Konzert des Hochschulsinfonieorchesters ergänzt, in dem neben Webers Concertino für Klarinette auch das selten zu hörende Klavierkonzert Nr. 2 erklang. Gleichzeitig wurde eine Ausstellung über den Dirigenten Rudolf Kempe („Rudolf Kempe – Bilder eines Lebens“) in der Hochschule eröffnet, die eine zwar ungeplante, aber doch willkommene und bereichernde Ergänzung der Veranstaltung war.

Zwei Jahre zuvor, im September 2009, war das thüringische Gotha Ziel der Gesellschaft, das in Webers Reisejahren, speziell 1812, eine wichtige Rolle im Leben und Schaffen des Komponisten spielte. Die Mitarbeiter der Weber-Gesamtausgabe luden in diesem Zusammenhang zu einer Vortragsserie ein, in der die biographischen Verbindungen Webers zur Stadt (Dagmar Beck) und seine musikalisch fruchtbaren Kontakte zu den letzten beiden Herzögen von Sachsen-Gotha-Altenburg, Herzog August (Frank Ziegler) und Herzog Friedrich IV. (Solveig Schreiter), sowie die Einrichtung seiner Oper Abu Hassan für das Gothaer Steinmühlentheater von 1812/13 (Joachim Veit) thematisiert wurden. Drei dieser Referate bildeten den Ausgangspunkt für die hier vorgestellten Beiträge, während die Ausführungen von Joachim Veit Eingang in seine Edition des Abu Hassan innerhalb der Weber-Gesamtausgabe (Serie III, Bd. 4) fanden. Um das durch die theater- und regionalgeschichtliche Forschung noch nie eingehender gewürdigte Steinmühlen-Theater nicht aus der Darstellung innerhalb dieses Bandes auszuklammern, wurde als Ersatz eine Dokumentation zu seiner Geschichte und speziell zu den dortigen Aufführungen mit Weber-Bezug aufgenommen. Eine Ergänzung zu den 2009 referierten Beiträgen stellt zudem der Bericht über den aus Friedrichroda bei Gotha stammenden Instrumentenbauer Johann David Buschmann, das von ihm erfundene Terpodion und Webers Stellungnahme zu diesem Instrument dar.

Während der Mitgliederversammlung der Gesellschaft in Stuttgart und Ludwigsburg im Oktober 2003 referierte Joachim Veit über Carl Maria von Webers württembergische Zeit (1807–1810), in der der Musiker, ausgelöst durch die Wirren der napoleonischen Kriege, eine berufliche Karriere abseits seiner künstlerischen Ambitionen verfolgte: als Sekretär und Lehrer im Haushalt des Herzogs Ludwig von Württemberg. Der Vortrag schöpfte aus einem reichen Quellenfundus, der im Rahmen der Recherchen der Weber-Gesamtausgabe insbesondere bezüglich des Gerichtsverfahrens gegen Weber im Jahr 1810 in den Archiven ermittelt worden war. Aufbauend auf die damaligen Forschungen werden in der hier erweiterten Darstellung erstmals umfassend die überlieferten Dokumente zu diesem dramatischen Wendepunkt in Webers Biographie präsentiert.

Berlin und Dresden, September 2014

Markus Bandur, Manuel Gervink, Frank Ziegler
     

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Abkürzungsverzeichnis

Bericht über das Symposium "Carl Maria von Weber und das Virtuosentum seiner Zeit" (Dresden 2011):

  • Manuel Gervink: Merkmale intrumentalen Virtuosentums im 19. Jahrhundert, S. 3–9
  • Heinz von Loesch: Carl Maria von Weber und der brillante Stil, S. 11–22
  • Frank Ziegler: Carl Maria von Weber als Klaviervirtuose, S. 23–44
  • Solveig Schreiter: Carl Maria von Webers Plan eines „musikalischen Baedeker“ als Dokument des öffentlichen Konzertwesens, S. 45–66
  • Hartmut Hein: Visitenkarten des Virtuosen? Zum Genre der Klaviervariationen zwischen 1780 und 1820, S. 67–82
  • Eva-Maria von Adam-Schmidmeier: „Hier hat man nichts als Virtuosenconzerte – wehe dem, der alle besuchen muss“. Theodor Kirchner und die Kategorie des Virtuosen, S. 83–101
  • Adelina Yefimenko: Das Klavierwerk von Carl Maria von Weber und Michail Glinka im Kontext des Virtuosentums in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, S. 103–113

Beiträge zu Weber in Stuttgart und Gotha:

  • Joachim Veit: „Ich entsagte also eine Zeitlang der Kunst als ihr unmittelbarer Diener“. Zu Carl Maria von Webers Aufenthalt in Württemberg, S. 117–154
  • Dagmar Beck: Carl Maria von Weber in Gotha, S. 155–168
  • Frank Ziegler: „Ein äußerst wizziger trefflicher Kopf von einem seltenen Phantasie Rechthum“. Herzog August von Gotha als ’Musenfürst’ und seine Beziehungen zu Friedrich Heinrich Himmel und Carl Maria von Weber, S. 169–220
  • Solveig Schreiter: „Passionirt für Musik“. Prinz Friedrich von Sachsen-Gotha-Altenburg als Widmungsträger von Carl Maria von Webers Konzertarie „Signor se padre sei“ (WeV E.5) sowie ausgewählter Kompositionen von Capece Scondito, Himmel, Spohr und Wineter, S. 221–245
  • Frank Ziegler: „Das Theaterchen ist allerliebst“. Theateraufführungen in der Gothaer Steinmühle (1812–1826) und Carl Maria von Weber, S. 247–321
  • Frank Ziegler: Johann David Buschmanns Terpodion im Spiegel früher zeitgenössischer Presseberichte, S. 323–335
  • Register der erwähnten Personen und Werke, S. 337–356

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