Salome Obert – Neue Mitarbeiterin bei der WeGA

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Im Juni des Jahres konnte die WeGA für eine kurzzeitige, anteilige Elternzeitvertretung Frau Salome Obert M.A. gewinnen, die unmittelbar nach dem Abschluss ihrer Masterprüfung aus ihrer bisherigen studentischen Beschäftigung zur Weber-Ausgabe wechselte. Salome Obert hatte seit Anfang Oktober 2018 eingehende philologische und digitale Erfahrungen im Akademieprojekt “Beethovens Werkstatt ” gesammelt, wo sie sich in die Handschrift Beethovens so tief eingearbeitet hatte, dass sie eigenständig mit der für die akuten Arbeiten notwendigen Trennung verschiedener Eintragsschichten in den Manuskripten beschäftigt werden konnte. Dabei hat sie in den – bei diesem Komponisten sehr zahlreichen – Zweifelsfällen in vorbildlicher Weise auch die vielfältigen Kommunikationskanäle des Projekts benutzt, um Entscheidungen abzusichern oder den Rat der Kolleg:innen des Beethoven-Hauses einzuholen. So manche sehr erhellende (und zugleich unterhaltsame) Diskussion wurde dabei in den Slack-Channels geführt und so wurde Salome Obert rasch eine geschätzte Mitarbeiterin des Projekts. Auch in das Codierungsformat der Music Encoding Initiative (MEI) und in ihrer letzten Arbeitsphase ferner in den von der WeGA intensiv genutzten TEI -Standard hat sie sich eingearbeitet.

Das Umfeld Edition interessierte Salome Obert aber nicht nur im Rahmen ihrer Tätigkeit für das Beethoven-Projekt, vielmehr hat sie neben ihrem Studium auch Verlagspraktika und ein Auslandspraktikum an der Universität Lissabon absolviert. Ihr souveräner Umgang mit MEI führte dazu, dass Dr. Johannes Kepper sie nicht nur ermunterte, ihre Masterarbeit in diesem Bereich zu schreiben, sondern auch im Mai 2020 erste Ergebnisse auf der Music Encoding Conference in Boston (die aufgrund der Pandemie leider nur digital stattfinden konnte) zu präsentieren. Im Frühjahr 2021 hat Salome Obert dann diese Masterarbeit unter dem Titel “das Lied Vom Floh aus Faust”. Zum Spannungsfeld von genetischer Textkritik und digitaler Musikedition am Beispiel von Beethovens op. 75/3 abgeschlossen. Darin hat Obert nicht nur eine minuziöse Studie zur Genese und Überlieferung dieses Goethe-Lieds in schriftlicher Form vorgelegt, sondern einen umfangreichen digitalen Anhang beigefügt, der einerseits wichtige Bestandteile der Arbeit in vollständigerer Form dokumentiert, zum anderen in Anlehnung an den Lied-Titel einen “Digitalen Flohzirkus” in Form von interaktiven html-Seiten bietet, die u. a. die Werküberlieferung in sehr anschaulicher Form präsentieren und als Novum ein “lebendiges Stemma” integrieren, das den direkten Zugriff auf alle Quellen mit einschließt.

Salome Obert war also durch ihre Erfahrungen für die Mitarbeit in der WeGA bestens vorbereitet und hat in der Vertretungszeit neben der Mitarbeit an der Redaktion des Oberon auch bereits eigenständig eine Edition im Rahmen des im kommenden Jahr zu publizierenden Klaviervariationen-Bands (Serie VII, Bd. 2) übernommen. Noch erfreulicher für die WeGA ist, dass sie im Anschluss daran für die weitere Mitarbeit in der WeGA gewonnen werden konnte: Sie wird auf einer Qualifikationsstelle einen Teil der Mitarbeiterstelle von Joachim Veit übernehmen, der Ende November in den Ruhestand eintritt. Wir freuen uns sehr über die neue Kollegin und wünschen ihr sowohl für ihre Arbeit bei Weber als auch für die in Angriff zu nehmende Dissertation alles Gute und nicht nur viel Erfolg, sondern vor allem auch viel Freude beim Bearbeiten der spannenden editorischen Gegenstände!

Für die kurzfristige Bereitschaft zur Übernahme der Elternzeitvertretung sei an dieser Stelle ihr und Ran Mo M.A. herzlich gedankt – Ran Mo war lange Jahre Hilfskraft bei der WeGA und konnte daher ohne gesonderte Einarbeitungszeit Aufgaben übernehmen. Auf diese Weise hat die WeGA von den Vertretungswochen bestens profitieren können. Und schließlich gilt ein sehr herzlichen Dank der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, die es uns ermöglicht hat, dass Salome Obert ihre Qualifikationsstelle schon gleich im Anschluss an die Elternzeitvertretung antreten kann. Wir hoffen, dass sich ihr nach dem aufregenden Beethoven auch bei Weber fesselnde Themen bieten!

Joachim Veit, Wednesday, August 25, 2021

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