Gedicht anlässlich des Todes von Carl Maria von Weber

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An Carl Maria von Weber. 1826.

O Stern, der uns zu früh verschwunden,Du schwingst dich nun im Sphärenflug,Der Erdenfessel sanft entwundenFolgst du nun frei dem GeisteszugVerbrüdert mit den selgen GeisternWinkt Mozart lächelnd dir hinauf –O, du! ein Meister unter MeisternWie kurz u strebend war dein Lauf.Jetzt schwelgst am Urquell du der Töne,Die du dem Himmel selbst entwandt,Kühn, wie Prometheus raubt die schöneGlut des Olymps mit starker Hand.Nun schöpfest du des Wolklangs FülleNicht mehr für uns aus heilger Flut,Das reiche Herz, nun steht es stilleDie rege Meisterhand – sie ruht.Doch was du je der Welt gegebenSo frisch, so neu, so süß bewegt.Das wird auf weiter Erde leben, So lang ein Herz für Töne schlägt.

Apparat

Entstehung

nach 5. Juni 1826

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Schreiter, Solveig

Überlieferung

  • Textzeuge: Berlin (D), Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (D-Bbbaw)
    Signatur: NL H. von Chézy 182

    Quellenbeschreibung

    • 2 Bl. (4 b. S.)
    • Entwurf der Chézy (auf der Rückseite weitere Notizen) und Abschrift (vermutlich von Bertha Borngräber)

Textkonstitution

  • „… so neu, so süß bewegt.“am Rand notierte Alternative: In frischer herrlicher Gestalt
  • „… wird auf weiter Erde leben,“am Rand notierte Alternative: Das wird belebend freudig leben

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