Carl Maria von Weber an Heinrich Graf Vitzthum von Eckstädt in Pillnitz
Dresden, Mittwoch, 08. September 1819

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Ew. Excellenz

beeile ich mich anzuzeigen, daß Herr Morlacchi abermals mir heute zumuthen lassen, für ihn den heutigen Kirchendienst zu thun, sich auf Ew. Excellenz berufend.      Da ich nun gestern Abend noch mit Hochdenenselben über solche ganz dienstwidrige Zumuthung des Herrn Morlacchi sprach, so liegt die Unwahrheit, daß dieses mit Ew. Excellenz Willen geschähe am Tage, denn, Ew. Excellenz werden nie etwas Dienstwidriges wollen. Hätte mich Herr Morlacchi freundlich darum ersucht ihm eine Arbeit abzunehmen, so versteht es sich wohl von selbst, daß ich es mit Vergnügen gethan haben würde.      Durch den Kapelldiener kann mich dieser Herr aber nicht bestellen lassen, zumal, da er es nicht einmal der Mühe werth hielt, mir, der Bitte des Kapelldieners an ihn gemäß, nur ein Paar Worte über diesen Gegenstand zu schreiben.

Die Anmaßungen und Unkenntniß alles Schicklichen dieser Leute werden es wohl endlich dahin bringen, daß man sie ganz klar einmal Sr. Majestät dem Könige zu Füßen legen muß, da sie die Allerhöchste Gnade so sehr mißkennen, daß sie sie zum Schutz ihrer Bequemlichkeit und ihres Eigendünkels zu mißbrauchen wagen.

Verzeihen Ew. Excellenz meinen eiligen Vortrag und genehmigen Hochdieselben die Ausdrücke der vollkommensten Hochachtung, mit welcher ich zu sein die Ehre habe Ew. Excellenz
ganz ergebener
C. M. von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

Beschwerde über die Art, wie Morlacchi ihn (offensichtlich unter Vorspiegelung einer höheren Anordnung) für Kirchendienste verpflichtet habe; man müsse solche Anmaßungen einmal vor den König bringen

Incipit

Ew. Excellenz beeile ich mich anzuzeigen, daß Herr Morlacchi

Generalvermerk

Laut Max Maria von Weber ist der Brief am 8. November 1818 geschrieben worden und an den Grafen Detlef von Einsiedel gerichtet. Inhaltlich korrespondiert er jedoch mit Webers Tagebuchnotizen vom 7./8. September 1819; dort ist er am 8. September als an Vitzthum gerichtet eingetragen. Auch im Brief an F. Rochlitz vom 12. Februar 1820 ist der in diesem Brief beschriebene Sachverhalt mit Anfang September 1819 datiert; der erwähnte Kirchendient bezieht sich also auf Mariä Geburt (8. September) 1819.

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Verbleib unbekannt

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • MMW II, S. 187
    • Worbs 1982, S. 89–90

    Einzelstellenerläuterung

    • Dresdenrecte „Pillnitz“.
    • 8. Nov. 1818.recte „8. September 1819“.

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