Schreibtafel von Mannheim: Konzert von Carl Maria von Weber

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Carlsruhe, den 22. Dez.

Gestern hatten wir das Glück, den rühmlichst bekannten Komponisten und Klavierspieler, Herrn Carl Maria von Weber, in einem Konzert, welches er in dem hiesigen Museumssaale gab, zu bewundern. Vor ein paar Tagen hatte Ref. Gelegenheit gehabt, etwas über ihn in dem Morgenblatte zu lesen, und dadurch seine Erwartungen noch gespannter zu sehen, aber er sowohl als der enthusiastische einstimmige Beifall aller Anwesenden, konnten nur beweisen, wie sehr selbst das ausgezeichnetste Lob hier für wahr anerkannt werden muß. Auch hatte der genievolle Künstler das Glück, sich durch die besondere Großmuth der Frau Markgräfin, des Herrn Erbgroßherzogs, und des Erbprinzen von Darmstadt unterstützt zu sehen.

Mlle. Frank und Hr. Hunnius unterstützten durch ihren Gesang Herr v. Weber; erstere würde unter einer guten Leitung gewiß zu einer braven Sängerin gebildet werden können. Das Orchester akkompagnirte mit Fleiß und Aufmerksamkeit, und seit lange erinnert sich Ref. nicht etwas so präzises als z. B. die Ouvertüre der Oper Silvana (möchten wir sie doch auch auf unserer Bühne sehen,) von dem hiesigen Orchester vorgetragen gehört zu haben; auch das schwierige Rondo des Klavierkonzerts gieng vortrefflich. Daß der Pauker fehlte, verzögerte etwas den Anfang, und da er auch später nicht erschien, fehlte allerdings mancher wohlberechnete Effekt, und die Nachläßigkeit eines solchen Herrn, bei der gefälligen Mitwirkung der Andern, verdient eine Rüge. Möge H. v. Weber auf seiner weitern Reise überall mit der Freude und Liebe aufgenommen werden, als er bei uns!

Apparat

Zusammenfassung

Schreibtafel von Mannheim: Konzert von Carl Maria von Weber

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Fukerider, Andreas

Überlieferung

  • Textzeuge: Schreibtafel von Mannheim, Heft 72 (26. Dezember 1810), Bl. 1r

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