Aufführungsbesprechung Wien, Hofoperntheater Kärnthnerthore: „Oberon“ (3. Vorstellung am 15. Februar 1829 mit teilweiser Neubesetzung)

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Sonntag den 15. Februar 1829: Oberon (mit theilweise neuer Besetzung). Hr. Schuster als Hüon entfaltete in Spiel und Gesang seine Rolle mehr, als früher Hr. Holzmiller. Der ¦ Breter mehr gewohnt, standen ihm größere Mittel zu Gebothe. Er wurde schon nach der ersten Arie inne, wie sehr das Publicum Wiens die echte Thätigkeit bey seinen Künstlern zu schätzen weiß.

Die Titelrolle war durch Hrn. Holzmiller entsprechend besetzt. Seine schöne Stimme machte sich besonders im letzten Recitative geltend und erntete dießmahl lauten Beyfall.

Sehr passend war die Rolle der Fatime durch Dlle. Achten besetzt, was der Erfolg späterer Vorstellungen noch mehr beweisen wird.

Dlle. Hardmayer [Rezia] gab sich heute viele Mühe, ihren Vortrag in der Rede zu verbessern. – Wir wünschen ihr Fleiß und Ausdauer in diesem schweren, aber für sie gewiß lohnenden Streben! Wer noch in der Kunst groß wurde, hat gerungen. Dlle. Hardmayer hat zwar tiefgewurzelte Gewohnheiten auszurotten, aber ihr Vortrag im Gesange beweist, daß sie den Verstand und das Gemüth dazu hat. Daß wir am Willen nicht zweifeln dürfen, glauben wir heute bemerkt zu haben.

Die Vorstellung des Oberon war schon heute mit dieser Besetzung besser, und wird es noch mehr werden. Mißgriffe in der Scenerie und das Stocken der einfachsten Maschinerien würden wir nicht in Erwähnung bringen, wäre der Oberon nun nicht schon einige Mahle gegeben. Solche nachträgliche Fehler sollen strenge gerügt werden, besonders wenn sie sich häufen, und nicht blos in Einer Vorstellung, sondern zu wiederhohlten Mahlen. Die beym Oberon angewandten Maschinerien sind doch wahrhaftig so einfach, daß sie sich nicht zu verwickeln brauchten!

Manuel.

Apparat

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Schreiter, Solveig

Überlieferung

  • Textzeuge: Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt, Jg. 21, Nr. 24 (24. Februar 1829), S. 96

Textkonstitution

  • „Breter“sic!

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