Weber-Studien Band 8

Tagungsbericht Dresden 2006 sowie weitere Aufsätze und Quellenstudien.

Bericht über das Symposion „Carl Maria von Weber – der Dresdner Kapellmeister und der Orchesterstil seiner Zeit“ in der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden am 13. und 14. Oktober 2006 sowie freie Aufsätze und Quellenstudien, hg. von Manuel Gervink, Frank Heidlberger und Frank Ziegler, Mainz 2007. X, 548 S.
Bestellnummer: ED 20112; ISBN 3-7957-0384-4

Zur Einleitung

Ein neuer Band der Weber-Studien war bereits in Planung, als die Veranstalter des Dresdner Weber-Symposion und die Reihen-Herausgeber die Möglichkeit erörterten, den Tagungsbericht als Teilprojekt in diese Weber-Studien mit aufzunehmen. Angesichts des jeweils überschaubaren Umfangs sowohl der Tagungsbeiträge als auch der damals bereits geplanten freien Aufsätze einigte man sich rasch auf eine Vereinigung der Pläne, und so erscheint der vorliegende Band quasi als Doppel-Publikation: im ersten Teil (redaktionelle Bearbeitung: Manuel Gervink) eine Veröffentlichung von Referaten mit einem weitgehend einheitlichen thematischen Fokus, im zweiten Teil (redaktionelle Bearbeitung: Frank Ziegler) eine Sammlung inhaltlich heterogener Aufsätze zu Weber und seinem Umfeld. In diesen zweiten Teil konnten auch einige Beiträge aufgenommen werden, die den gewöhnlichen Umfang von Aufsätzen überschreiten, so dass durch die Vereinigung der Band nun zu einem recht opulenten Endprodukt angewachsen ist, in das dank der tatkräftigen Unterstützung seitens der Autoren, Bibliotheken und Archive auch etliche Illustrationen mit aufgenommen werden konnten.

Das Thema des von der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ unter der Leitung von Prof. Dr. Manuel Gervink in Zusammenarbeit mit der Inter­nationalen Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft e. V. (Konzeption: Prof. Dr. Frank Heidlberger) im Oktober 2006 veranstalteten, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Symposions „Carl Maria von Weber – der Dresdner Kapellmeister und der Orchesterstil seiner Zeit“ lenkt den Blick auf zwei Schwerpunkte: einerseits Webers Dienst als Orchesterleiter und Organisator des deutschen Opern-Departements in Dresden sowie seine Stellung im Dresdner Kulturleben, andererseits Webers Orchesterstil im Kontext der Zeit. Es wäre vermessen anzunehmen, dass ein zweitägiges Symposion zu diesen beiden Themenbereichen abschließende Antworten gefunden habe, doch zweifellos warten die hier vorgelegten Spezialstudien, insbesondere durch die Auswertung umfangreicher Quellen, mit neuen Fakten oder aber neuen Sichtweisen auf Altvertrautes auf. Die Abfolge der Referate in diesem Band entspricht ihrer Reihenfolge während des Symposions.

Eine Gemeinsamkeit der freien Beiträge mit jenen des Tagungs-Teils ist die enge Anbindung an bzw. Abstimmung mit Weber-Gesellschaft und/oder Weber-Gesamtausgabe. So entstanden mehrere Aufsätze des zweiten Teils als Vorträge im Rahmen von Mitgliederversammlungen der Weber-Gesellschaft (die drei Referate zu Webers Reise 1820) oder wurden aus der Gesellschaft heraus angeregt (Studie über Helena Harlas). Gerhard Poppes Beiträge zur Dresdner Kirchenmusikpraxis ergänzen das Dresdner Tagungs-Thema um einen wesentlichen, damals ausgeklammerten Bereich und verknüpfen zahlreiche, teils bereits aus Spezialstudien bekannte aber weit verstreut publizierte Fakten zu einem schlüssigen Bild, das zeitlich wesentlich über Webers Dienstzeit in der sächsischen Haupt- und Residenzstadt hinausgreift. Erst vor dem Hintergrund der hier umrissenen gewachsenen Tradition – ihrer allmählichen Herausbildung, Kanonisierung und Wandlung – lässt sich dieser Teilbereich von Webers Tätigkeit angemessen beurteilen.

Um die Gesamtausgabe zu entlasten, sollen innerhalb der Weber-Studien nach und nach auch Dokumente aus dem Umfeld des Komponisten bzw. zur Rezeption seiner Werke zugänglich gemacht werden. So erschienen bereits 1998 Schriften der Mitglieder des von Weber mitbegründeten Harmonischen Vereins (Bd. 4/1). Neben Weber selbst war sein Namensvetter Gottfried Weber das aktivste und produktivste Mitglied der Künstlervereinigung. Er war nicht nur musik-publizistisch tätig wie Carl Maria von Weber, sondern hinterließ vor allem auf dem Gebiet der Musiktheorie ein in seiner Bedeutung noch nicht ausreichend gewürdigtes Œuvre, das dringend einer kritisch erschließenden Wiederveröffentlichung bedarf. Ein entsprechendes, von der Weber-Gesamtausgabe mit initiiertes Vorhaben wird hier von Knut Holtsträter inhaltlich begründet, wobei der Blick vorrangig auf Gottfried Webers zentrales Werk, den Versuch einer geordneten Theorie der Tonsetzkunst, gerichtet wird, um Desiderate der Forschung (bezüglich der Beurteilung von Webers Bedeutung und der Kenntnis seiner Schriften) aufzuzeigen.

Der Aufarbeitung von Quellen dient schließlich auch die Vorstellung von bislang teilweise nicht oder wenig ausgewerteten Wiener autobiographischen Zeugnissen und Tagebuch-Manuskripten mit Weber-Bezug.

Daß der Tagungsbericht binnen Jahresfrist erscheinen kann, ist vor allem den Autoren zu danken, die sich um eine zügige Abgabe und Korrektur ihrer Beiträge bemühten. Schließlich gilt ein herzlicher Dank Frau Josefine Hoffmann, Detmold, sowie allen weiteren Helfern beim Korrekturlesen.

Frank Ziegler
     

Inhaltsverzeichnis

  • Zur Einleitung (Frank Ziegler), S. vii

Tagungsbericht Dresden 2006

  • Begrüßung (Manuel Gervink), S. 3–4
  • Vorbemerkungen (Frank Heidlberger), S. 5–6
  • Peter Gülke
    Utopie und Realität einer deutschen Nationaloper, S. 7–14
  • Till Gerrit Waidelich
    August Mayers Bürgschaft im Verhältnis zu anderen musikdramatischen Adaptionen der Schiller-Ballade – die Oper eines Mitglieds von Webers Dresdner Sängerensemble, S. 15–36
  • Michael Heinemann
    Francesco Morlacchi – Webers Gegenspieler?, S. 37–43
  • Irmlind Capelle, Huldigungszeichen für den Dresdner Hof – Zur Jubel-Kantate von Friedrich Kind und Carl Maria von Weber, S. 45–62
  • Joachim Veit
    Carl Maria von Weber als Kapellmeister in Dresden – Anmerkungen zur Rolle Webers bei der „Errichtung eines deutschen Singspiels“ durch den Sächsischen Hof, S. 63–90
  • Frank Ziegler
    Webers Probenarbeit an der Dresdner Oper, S. 91–115
  • Ortrun Landmann
    Der Kgl. Sächsische Kapellmeister Carl Maria von Weber und die Kgl. Sächsische Musikalische Kapelle – ein beiderseitiges Geben und Nehmen, S. 117–136
  • Klaus Aringer
    „Neu und ergreifend“ – Carl Maria von Webers Orchesterbehandlung im Spiegel von Instrumentationslehren des 19. Jahrhunderts, S. 137–150
  • Frank Heidlberger
    Drama und Erzählstruktur in Carl Maria von Webers Klarinettenkonzerten – Zum Verhältnis zwischen musikalischem „Text“ und formaler Organisation, S. 151–179
  • Felix Pourtov
    Carl Maria von Weber und St. Petersburg: einige Aspekte der Weber-Rezeption in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, S. 181–190

Freie Aufsätze

  • Gerhard Poppe
    Dienstordnung und Repertoireaufbau in der Dresdner Hofkirchenmusik von 1764 bis 1832, S. 193–250
  • Gerhard Poppe
    Kleine Dienst-Regeln über den Kirchen Dienst als Quelle für Liturgie und Musik in der Katholischen Hofkirche zu Dresden, S. 251–281
  • Frank Ziegler
    Leyer, Schwert und Freischütz-Ouvertüre – Bemerkungen zu Carl Maria von Webers Halle-Besuch 1820, S. 283–300
  • Dagmar Beck
    Carl Maria von Weber in Eutin, Plön und Oldenburg, S. 301–315
  • Heinrich W. Schwab
    Carl Maria von Webers Konzertaufenthalt in Kopenhagen (1820) – eine Bestandsaufnahme, S. 317–342
  • Werner Krahl, Eveline Bartlitz, Frank Ziegler
    „[…] bey ihrem Gesange verstummt die Kritik, und Bewunderung tritt an ihre Stelle“ – Das ungewöhnliche Leben der Sängerin Helena Harlas (um 1785–1818), S. 343–379
  • Knut Holtsträter
    Gottfried Webers Wirkung auf die Konzepte der Funktions- und Stufenharmonik – eine vorläufige Bestandsaufnahme, S. 381–432
  • Frank Ziegler
    „[…] wahr und genau aufgezeichnet“ – Webers Wien-Besuche 1822/23 und die Rezeption seiner Bühnenwerke in der Kaiserstadt 1821–1829 im Spiegel zeitgenössischer Erinnerungen, S. 433–527
  • Register der erwähnten Personen und Werke, S. 528–548

XML

Wenn Ihnen auf dieser Seite ein Fehler oder eine Ungenauigkeit aufgefallen ist,
so bitten wir um eine kurze Nachricht an bugs [@] weber-gesamtausgabe.de.