Carl Maria von Weber an Franz Grillparzer in Wien
Wien, Sonntag, 17. März 1822

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Mein Besuch bei Ihnen, hochverehrter und mir wahrhaft theurer Herr und Freund, sollte ein recht ordentlicher sein, und keine von den gewöhnlichen Visiten, durch die man schon glaubt einen Achtungsbeweiß abgelegt zu haben, wenn man nur allenfalls seine Karte angebracht hat.      Meine Krankheit hat mich um diese Freude gebracht; und ich werde so sehr nach meinem Konzert nach Hause eilen, daß ich mich nur mit meinem Wiederkommen trösten kann.      Verschmähen Sie den Gebrauch beikommender Karte* nicht, und erlauben Sie mir Ihnen wenigstens noch auszusprechen, daß wenn es möglich war meine innige Achtung und herzliche Zuneigung zu Ihnen noch zu steigern, es gewiß durch das anziehende Ihrer persönlichen Bekanntschaft noch bei mir geschehen ist*.      ich mußte Sie als einen alten Freund begrüßen, ich konnte nicht anderst, und meinem Gefühl nach lag eben darin der beste Beweiß den ich geben kann, wie nahe und lieb Sie meinem Wesen sind, und wie unveränderlich ich stets mit wahrhafter Verehrung sein werde

Ihr
CMvWeber

Editorial

Summary

versichert ihn ausführlich seiner Freundschaft und Verehrung; wegen seiner Krankheit und baldigen Abreise könne er ihn nicht mehr besuchen; legt Karte bei

Incipit

Mein Besuch bei Ihnen, Hochverehrter

Responsibilities

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Tradition

  • Text Source: Wien (A), Wienbibliothek im Rathaus (A-Wst)
    Shelf mark: I. N. 32.794 Nachlaß Grillparzer

    Physical Description

    • 1 DBl. (1 b. S. o. Adr.)

    Corresponding sources

    • Weilen, Alexander von: “Eine dramatische Skizze Grillparzers” in: Vierteljahresschrift für Literaturgeschichte (Hg. v. Seuffert). Bd. 5. Weimar 1892, S. 153 (unter 19. März)
    • Franz Grillparzer. Sämtliche Werke. Ausgewählte Briefe, Gespräche, Berichte, Bd. 4, hg. von Peter Frank u. Karl Pörnbacher, München: Hanser, 1965, S. 769

Text Constitution

  • “man”added above

Commentary

  • “… Sie den Gebrauch beikommender Karte”Vermutlich eine Eintrittskarte für Webers Konzert am 19. März 1822.
  • “… noch bei mir geschehen ist”Die ersten persönlichen Treffen kamen laut Webers Tagebuchnotizen am 24. und 27. Februar 1822 zustande.

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