Aufführungsbesprechung Nürnberg, 1824: “Preciosa” von Carl Maria von Weber

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Correspondenz-Nachrichten.

Aus Nürnberg.

(Beschluß.)

[…]

Hierauf erschien uns Wolf’s Preciosa. Dem. Wild* in der Titelrolle war eine liebliche Erscheinung. Das Costüm war malerisch gewählt und dem in den Berliner Heften in beiden Anzügen auf’s treueste nachgebildet. Im richtigen Vortrag der schönen Trochäen ließ sie wenig zu wünschen übrig, doch nach dem anstrengenden, von ihr mit Feuer durchgeführten, 3ten Akte schien ihr die Kraft für den 4ten zu mangeln. Die drückende Hitze dieses Tages mag ¦ vielleicht diese Abspannung bewirkt haben. Das Stück war wiederum neu und schön ausgestattet. Die Mond-Dekoration, der Zug der Zigeuner, der sich recht abenteuerlich ausnahm, mit ihren Karren, Fässern, Kindern und mancherlei Geräthen, der, über die Brücke gehend, sich im Wasser spiegelt, war ganz dem Münchner Hoftheater nachgebildet. Eben so das erleuchtete Schloß im 4ten Akte. Weber’s Chöre wurden mit Energie von dem gesammten Opern-Personale ausgeführt, und die Tänze hatte Hr. Schäfer* recht charakteristisch arrangirt.

[…] – Von Opern sahen wir, zum 33sten- und 34stenmale*, wie immer, bei aufgehobenem Abonnement und fast überfülltem Hause, Weber’s Freischütz. Es waren drei ganz neue Dekorationen dazu gemalt worden, und im 2ten Akte plätscherte wirkliches Wasser von einigen Stufen hernieder, einen lebendigen Wasserfall versinnlichend. Die Auffühurng dieser Oper war hier schon unter der vorigen Direktion ausgezeichnet gut zu nennen, und gewann durch die thätige Sorgfalt der jetzigen um so mehr. […]

Editorial

Creation

Responsibilities

Übertragung
Amiryan-Stein, Aida

Tradition

  • Text Source: Abend-Zeitung, Jg. 8, Nr. 169 (15. Juli 1824), pp. 676

    Commentary

    • “… Wolf's Preciosa . Dem. Wild”Katharina Wild.
    • “… die Tänze hatte Hr. Schäfer”Der Nürnberger Ballettmeister Franz Schäffer.
    • “… wir, zum 33sten- und 34stenmale”Der Freischütz war in Nürnberg laut Franz Eduard Hysel (Das Theater in Nürnberg …, Nürnberg 1863, S. 133) 1822 siebzehnmal und 1823 dreizehnmal gegeben worden. Gemeint sind hier wohl die Neueinstudierungs-Aufführungen mit Dekorationen von Joseph Mühldorfer am 26. und 27. April 1824 (vgl. die Besprechung).

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