Gerstel, Wilhelm

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Basisdaten

  1. 1785 in Nürnberg
  2. Frühestens am 1. Januar 1852
  3. Schauspieler, Tänzer, Theaterdirektor
  4. Norddeutschland, Magdeburg, Prag, Dessau, Freiberg/Sachsen, Brandenburg/Havel, Rudolstadt, Halle/Saale, Mannheim, Lübeck, Augsburg

Biographische Informationen aus der WeGA

  • erste Bühnenauftritte bei Johann Nuths Kindergesellschaft u. a. 1793 in Düsseldorf (möglicherweise auch nachfolgend in Köln, Bonn, Kempen, Mainz, Erfurt, Weimar, Naumburg)
  • Engagement bei der Theatertruppe von August Friedrich Löwe (1756–1807) in Norddeutschland, spätestens 1807 Heirat mit Löwes Tochter Henriette
  • 1807 bis 1809 am Magdeburger Theater; Fach laut Iffland-Almanach auf 1811, S. 270: „komische und ernsthafte Alte, Dümmlinge, singt in der Oper und ist ein sehr braver Tänzer und überhaupt einer von den seltenen Schauspielern, die in keinem Fache eine Rolle verderben“
  • 7. Mai 1807 Sohn (Christian Heinrich) August Gerstel in Boitzenburg geboren (gest. 15. Dezember 1874 in Stuttgart)
  • 2. Oktober 1809 Sohn Wilhelm Gerstel in Goslar geboren (gest. am 11./12. März 1877 in St. Petersburg)
  • laut Iffland, Almanach fürs Theater, Jg. 5, Berlin 1812, S. 325: am Kleinseitner Theater in Prag gemeinsam mit erster Ehefrau neu engagiert
  • im März 1812 ein Hr. Gerstel (derselbe?) am Theater Bamberg
  • danach mit Ehefrau am Ständetheater in Prag engagiert, dort tätig von mindestens 1813 bis 1820
  • 30. Mai 1815(?) Tochter Julie Gerstel geboren (später verh. mit Konstantin Holland, gest. 1851)
  • seit ca. 1819 in zweiter Ehe verheiratet mit Helene, geb. Amberg
  • Fachangaben und Wertungen während seiner Tätigkeit am Prager Ständetheater:
  • Theater-Zeitung, Wien, Jg. 6, Nr. 41 (7. April 1813), S. 164: „läßt […] noch viel zu wünschen übrig, […] die Bauern, alten Gecken und vorzüglich Moliers Geitziger, in Iffländischer Manier, [gelingen] recht gut“; Widerspruch ebd., Nr. 51 (29. April 1813), S. 204: „ein sehr brauchbares Mitglied“
  • Allgemeiner Deutscher Theater-Anzeiger, hg. von Daniel Gottlieb Quandt, Prag, Jg. 4 (1814), Nr. 24, S. 95: „serieuse und launichte Alte, komische Bediente; ist Tänzer“
  • Lembert/Carl, Taschenbuch für Schauspieler und Schauspielfreunde für das Jahr 1816, Stuttgart, München 1815, S. 205: „spielt ernsthafte und launichte Väter; ist Tänzer“
  • Bäuerle, Taschenbuch für die deutsche Schaubühne auf das Jahr 1817, Wien 1816, S. 90: „Im Schauspiele Greise, komische Bediente, und chargirte Rollen. Gehört zu den Mitgliedern, die mit Vergnügen gesehen werden, und ehrenvoll auf ihrem Platze stehen. Er ist überdieß ein braver Tänzer, und ordnet hier die vorkommenden Tänze an.“ (dort als Gerstl)
  • laut Webers Angaben im Notizen-Buch von 1816 im Musiktheater nur in kleinen Rollen beschäftigt, u. a. Gerichtsschreiber in Die vornehmen Wirthe, 1. Soldat im Wasserträger, Kosack in Faniska, Vogt in Don Giovanni, Hassan in Alamon, Friedel in Die beiden Savoyarden, Diener in Der Kalif von Bagdad, Ober-Imam in Alimelek
  • Tagebuch der deutschen Bühnen, Jg. 2, Nr. 12 (Dezember 1817), S. 338: „komische Alte, Bediente und Charakterrollen“ (dort als Gerstl)
  • Lembert, Taschenbuch für Schauspieler und Schauspielfreunde auf das Jahr 1817, Stuttgart 1816, S. 469: „komische Bediente, serieuse und launigte Alte“
  • Lembert, Taschenbuch für Schauspieler und Schauspielfreunde auf das Jahr 1822, Wien 1821, S. 288: in der Saison 1820/21 abgegangen (gemeinsam mit 2. Ehefrau) (ebenso in: Klingemann, Allgemeiner deutscher Theater-Almanach für das Jahr 1822, Braunschweig 1822, S. 454)
  • Biographie nach 1820
  • im Oktober 1820 Gastauftritte der Schauspielerfamilien Gerstel und Röckel vom Prager Ständetheater in Gera genehmigt
  • im Winter 1820/21 gemeinsam mit Ehefrau, August Rö(c)kel sowie einem Bruder Gerstel (M. J. Gerstel?) bei Direktor Romberg in Dessau engagiert
  • als Direktor einer eigenen Gesellschaft in Freiberg/Sachsen (1821), Brandenburg/Havel (Mai bis August 1821), Dessau (November 1821 bis April 1822, dort auch die Kinder Julie, Wilhelm und Anton Gerstel sowie Antonie Amberg in Tanzdarbietungen bezeugt), Rudolstadt (August bis Oktober 1822, dort auch die Söhne Wilhelm und August in Kinderrollen bezeugt, 13. Oktober 1822 Erstaufführung des Freischütz), Dessau (November 1822 bis April 1823, dort am 19. Februar 1823 Erstaufführung des Freischütz, 13. März 1823 Erstaufführung der Preciosa mit Gerstel als Pedro)
  • als Schauspieler bei der Herzoglich Köthenschen Hofschauspielergesellschaft ab April 1823 in Halle (gab dort in der EA der Preciosa am 25. April den Pedro), evtl. im Sommer 1823 auch noch kurzzeitig in Rudolstadt
  • ab Oktober 1823 bis März 1824 wieder als Direktor einer eigenen Gesellschaft in Brandenburg (dort auch die Tochter engagiert); vgl. Journal für Literatur, Kunst, Luxus und Mode, Jg. 39, Nr. 30 vom März 1824, S. 234, anfangs (bis Dezember 1823) gemeinsame Direktion mit Ferdinand Hintze; dort Erstaufführungen der Preciosa am 17. Dezember 1823 sowie des Freischütz am 10. Februar 1824, dortige Spielzeit endete am 24. März 1824 durch den Brand des Theaters (vgl. Brandenburgscher Anzeiger 1824, Nr. 25 vom 27. März und Nr. 27 vom 3. April sowie Tagebuch der deutschen Bühnen, Jg. 9, S. 145: Benefizvorstellung am 23.04.1824 in Berlin für die „zu Brandenburg durch den Brand des dortigen Schauspielhauses hülflos geworden[e]“ Gerstelsche Gesellschaft)
  • im Mai 1824 Gastspiel im Nationaltheater Mannheim, danach Juni-September Festanstellung
  • 1826 mit Tochter unter Ringelhardt in Köln und Aachen (die Tochter gab u. a. die Titelrolle in Preciosa)
  • 4. und 6. September 1827 Gastauftritte in München
  • von August bis Oktober 1828 als Mitglied der Coburg-Gothaer Hoftheatergesellschaft in Rudolstadt (mit Tochter)
  • in der Wintersaison 1829/30 unter Direktor G. F. Engel in Lübeck engagiert, in der nachfolgenden Wintersaison 1830/31 dort gemeinsam mit den Söhnen August (bis 1833 in Lübeck) und Wilhelm; übernahm von 1832 bis 1834 gemeinsam mit Fr. Ubrich die Direktion des Lübecker Theaters, danach noch bis 1837 wechselnd als Schauspieler und Regisseur am Theater bzw. als Tanzlehrer in Lübeck tätig
  • 1837 bis 1839 Regisseur am deutschen Hoftheater in St. Petersburg; nachfolgend 1839 Gastauftritte u. a. in Wien, Brünn, Zürich, Pest
  • 1842 sowie 1845 bis 1852 am Augsburger Theater, Fach: komische Alte

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