Erklärung Herzog Ludwig von Württembergs bezüglich seines Geheimen Sekretärs C.M.v. Weber
Stuttgart, Sonntag, 11. Februar 1810

Unterzeichneter macht hiemit in Hinsicht seines bisherigen Geh: Sekretärs von Weber /:den Er in dieser Eigenschaft nach den bekannten neuerlichen Vorgängen und nach so mancherlei fehlerhaften Handlungen desselben nicht mehr anerkennen kann:/ folgende Erklärung:

1.) Erinnert Er sich nach so langer Zeit nicht genau, und kann daher, ohne viele Papiere nachzusuchen, nicht genau angeben, ob Er das Geld zu den bewußten Frd.d’or, welche Weber an den Hofrath Vietsch zu schiken beauftragt wurde, und wovon Unterzeichneter Sich den wahren Betrag, und ob es 300 St. oder weniger gewesen, nicht erinnert, – dem Weber ganz oder zum Theil baar gegeben, oder bei der Hofbank angewiesen hat. So viel scheint jezt gewiß, daß der Erlös | aus den – an den König von Westphalen verkauften Pferden mit zur Einwechslung jener Frdd’or verwendet worden ist. Denn es hat sich erst kürzlich die anliegende Note der Hofbank gefunden, nach welcher die Hofbank von dem Westphal: Gesandten d’Esterno für jene Pferde 2800. f. erhalten, und deßwegen 1400. f. in Silbergeld, den Rest aber mit 146. Frd.d’or à 9 f. 40 xr bezahlt hat.

2.) In Hinsicht der Auseinandersezung mit dem von Weber kam es bisher darauf an, ob Weber noch eine Forderung machen würde oder nicht. Im ersten Fall hätte sich Unterzeichneter auch seine Gegenforderung vorbehalten und dann wäre eine weitläufige und verwikelte Auseinandersetzung, die in dem wahrscheinlichsten Fall doch keine Wirkung gehabt hätte, nötig gewesen. Da aber Weber /:wie er durch den O.A. Faber | mündlich hat erklären laßen, :/ keine Forderung machen will; so leistet dagegen auch Unterzeichneter auf alle an Weber etwa zu machen habende Gegenforderungen Verzicht, wird demselben deßhalb eine Verzichtsleistungs-Urkunde ausstellen laßen, und eine ähnliche dagegen empfangen, auch nunmehr, mit Genehmigung Sr Königl: Majestät, seine Papiere, so wie die Papiere seiner Gemalin und des Prinzen Adam, welche sein entlaßener Geh: Sekretair Weber in Händen hatte, in Empfang nehmen, und diesem dessen Privat-Papiere überlaßen.

Stuttgardt, den 11. Febr: 1810.[m. pr.:] H. Ludwig

Apparat

Zusammenfassung

Incipit

Generalvermerk

Entstehung

11. Februar 1810

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Veit, Joachim, Jakob, Charlene

Überlieferung

Textzeuge

Stuttgart (D), Hauptstaatsarchiv Stuttgart (D-Shsa)
Signatur: Prozeßakten Weber G 246, Bü 5, Fasz. 10, 1 DBl. (3 b. S. o. Adr.), dikt. Brief m. e. U.

Textkonstitution

    Einzelstellenerläuterung

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