Carl Maria von Weber an Johann Friedrich Naue in Halle
Dresden, Freitag, 16. Februar 1821

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Geehrter Freund!

Hr. Kammermusikus K[ummer], ein sehr fertiger Fagottist, reist mit seinem Söhnlein, einem lieblichen talentvollen Kleinen, und (indem) ich ihn Ihrer gütigen Vorsorge empfehle, ergreiffe ich die Gelegenheit, mich in Ihr Andenken zurückzurufen, und Sie aufs herzlichste zu begrüßen. Seit meiner Zurückkunft* in Dienst-Geschäfte versunken, zehre ich an den schönen Erinnerungen meiner Reise, um mich zu erheitern, wenn die Gegenwart mir so manches Trübe giebt. Daß ich dann gern an Halle denke*, können Sie wohl glauben. Was macht mein herz-innig verehrter Vater M[aaß] bringen Sie ihm doch meine achtungsvollsten Grüße. Diesen Sommer hoffe ich Sie zu sehen, da ich meine Frau ins Alexisbad bringen will*.

Ihre liebe Hausfrau, die meine Lina und ich aufs herzlichste grüßen, hat noch nicht die Pröbchen geschickt, nach denen so manches hier eingekauft werden sollte.

Von Kunst-Neuigkeiten weiß ich nichts, wenigstens nichts erfreuliches. Wahrscheinlich geht deutsche Kunst hier bald wieder unter* – – .

Gott erhalte Sie alle gesund und froh, und erinnern Sie sich zuweilen Ihres dankbar ergebenen Freundes C. M. v. Weber.

Apparat

Zusammenfassung

Empfehlungsbrief für den Fagottisten Kummer mit Sohn; erinnert sich gerne an Aufenthalt in Halle; hofft ihn im Sommer zu sehen, wenn er Caroline ins Alexisbad bringe; Grüße

Incipit

Hr. Kammermusikus K....., ein sehr fertiger Fagottist

Generalvermerk

Der Druck gibt keinen Adressaten an; laut Tagebuch hat Weber den Fagottisten Kummer sowohl an Rochlitz als auch an Naue empfohlen; nach der in Z. 7 erwähnten Begegnung in Halle ging dieser Brief jedoch mit Sicherheit an Naue, da im TB zwischen dem 29. Juli und 2. August 1820 mehrere und offensichtlich sehr freundschaftliche Begegnungen mit Naue in Halle erwähnt sind.

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Verbleib unbekannt

Textzeuge

Ein Brief C. M. von Weber's, in: NZfM, Bd. 23, Heft 16 (22. August 1845), S. 64

Textkonstitution

    Einzelstellenerläuterung

    • "meiner Zurückkunft": am 3. November 1820
    • "gern an Halle denke": Weber hielt sich auf seiner Reise nach Norddeutschland vom 29. Juli bis 2. August 1820 und auf auf der Rückreise am 2. November in Halle auf, wobei er jeweils mit Naue zusammentraf, vgl. Tagebuch.
    • "meine Frau ins Alexisbad bringen will": Weber plante gemeinsam mit seiner Frau Caroline im Anschluss an seinen Aufenthalt in Berlin eine Kur in Alexisbad, wo er sich bereits im Vorjahr vom 3. bis 7. August 1820 auf seiner Konzertreise aufgehalten hatte, vgl. Tagebuch. Die Verzögerung der Premiere des Freischütz und die damit verbundene Verlängerung seines Aufenthaltes in Berlin veranlasste ihn, diesen Plan aufzugeben, weil er in Anbetracht von Morlacchis Abwesenheit die Dauer seines Urlaubs nicht länger ausdehnen wollte, vgl. Briefe von Weber an Könneritz vom 20. Mai und 10. Juni 1821 und Brief an Kind vom 27. Mai 1821. Caroline fuhr dann nach der Rückkehr mit Charlotte Hanmann zur Kur nach Schandau, vgl. Brief von Weber an Kind vom 1. August 1821.
    • "geht deutsche Kunst … bald wieder unter": vgl. dazu Brief von Weber an Heinrichshofen vom 15. Januar 1821 und Brief von Weber an Brühl vom 16. Januar 1821

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