Bericht über Gastspiele von Marianne Schönberger und Carl Wöhner in Weimar

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[Korrespondenz-Nachrichten.]

Weimar, November.

Die bekannten Künstler, Mad. Schönberger und Hr. Wöhner, Mitglied des Karlsruher Hoftheaters, erfreuten uns mit Gast-Vorstellungen. Erstere gab den Murney, Joseph und Titus ihrem allgemein verbreiteten Rufe gemäß, und es wäre überflüßig, über diese treffliche Künstlerinn noch etwas Andres erwähnen zu wollen, als daß sie auch hier den vollkommensten Beyfall des Publikums erntete. Hr. Wöhner trat auf, als Pfifferling im Schauspieler wider Willen, als Plumper, als Karl Ruf in der Schachmaschine, und als der Hofrath im Fremden. Diese Rollen werden bey unsrer Bühne von Künstlern gegeben, die darin sich die vollkommenste Zufriedenheit des Publikum errungen hatten; und desto schmeichelhafter konnte es Hrn. Wöhner seyn, sich durch einen so ungetheilten Beyfall erfreut zu sehen, zumal da er manche Rolle nach einer ganz andern Ansicht gab, als wir gewohnt sind*. Sein Spiel bezeichnet durchaus den gebildeten, denkenden Künstler, welches er vorzüglich im Fremden bewährt. Richtige lebendige Mimik, deutliche Deklamation, strenges Durchführen des Karakters, schönes Organ und vortheilhaftes Aeusre werden ihm überall die Gunst des Publikum sichern. Er geht von hier nach Berlin und dann zurück.

Apparat

Entstehung

1. Dezember 1812 (Versand laut TB)

Verantwortlichkeiten

Überlieferung

  • Textzeuge: Morgenblatt für gebildete Stände, Jg. 6, Nr. 303 (18. Dezember 1812), S. 1212

    Einzelstellenerläuterung

    • „… gab, als wir gewohnt sind“Weber sah Wöhner in den Vorstellungen der "Schachmaschine" am 2. November und "Der Fremde" am 4. Novembe 1812 in Weimar.

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