Carl Maria von Weber an Johann Nepomuk Hummel in Weimar
Dresden, Montag, 7. April 1823

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Dem Großherzoglich

Weimarschen HofKapellmeister

Herr Hummel

Wohlgebohren

d: G:       Weimar

Mein sehr lieber Freund!

Ueberbringer dieses ist der Herr Musikdirektor Kurpinsky aus Warschau, der Ihre Bekanntschaft sehr wünscht.

Er ist ein fein gebildeter Mann, der schöne gediegne Kenntniße und Kunstansichten zu haben scheint, und auch eines vortheilhaften Rufes als Compositeur genießt.

Ich habe mit Freuden den glüklichen Erfolg Ihrer rußischen Reise gehört*, und wünsche viele folgende.

In meinem Hause geht es gottlob ziemlich gut. Mein Max gedeiht sichtlich, und der Mutter ist das Stillen gut bekommen.

Ende August denke ich mit meiner neuen Oper nach Wien zu gehen.      Bei uns geht es still, und gottlob seit Jahr und Tag friedlich und einig zu was mich ganz glüklich macht.

Herr Walchen* hat allerdings eine gute Stimme, aber er ist noch so sehr Anfänger, daß ich nicht weiß ob H: v. Könneritz ihn behalten will, und ein paar Jahre Unterricht geben lassen.

Meine Frau grüßt mit mir herzlichst Ihre liebenswürdige Gattin, und ich bin wie immer Ihr herzlichst ergebener
Freund
CMvWeber

Editorial

Summary

empfiehlt ihm den Musikdirektor Kurpinsky aus Warschau; in seinem Hause sei alles in Ordnung; Ende August wolle er mit seiner neuen Oper nach Wien gehen

Incipit

Ueberbringer dieses ist der Herr Musikdirektor

Responsibilities

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Tradition

  • Text Source: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Shelf mark: 55 Ep 1417

    Provenance

    • Sotheby’s, Auktion 3. Dezember 2008, Lot 137
    • Liepmannssohn: 38. AV (22. Mai 1909), Nr. 926

    Commentary

    • “… Erfolg Ihrer rußischen Reise gehört”Hummel reiste im Gefolge der Großfürstin Maria Pawlowna im Winter 1821/22 nach Russland; vgl. AmZ, Jg. 24, Nr. 35 (28. August 1822), Sp. 578. Er konzertierte je dreimal (öffentlich) und mehrmals in privaten Zirkeln in Moskau und St. Petersburg; vgl. ebd., Nr. 21. (22. Mai 1822), Sp. 343 sowie Jg. 25, Nr. 34 (20. August 1822), Sp. 552f. Auf der Rückreise nach Weimar gab er zudem Konzerte in Riga (22. und 26. April 1822); vgl. AmZ, Jg. 24, Nr. 39 (25. September 1822), Sp. 637 sowie Moritz Rudolph, Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon nebst Geschichte des Rigaer Theaters und der Musikalischen Gesellschaft, Riga 1890, S. 108.
    • “… Herr Walchen”evtl. auch Walcher; ein Sänger dieses Namens wurde in Dresden zu Webers Lebzeiten nicht engagiert; vgl. Kornmann und Fambach (Dresden).

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