Karl Förster: An Karl Maria von Weber

An Karl Maria von Weber *).

Ein Schifflein treibt behendeAllein durch weite See’n,Weil tausend fromme HändeIhm gute Fahrt erflehn.Es gleitet durch die Wellen,Die Segel ausgespannt,Mit muntern SanggesellenBis hoch zum Bord bemannt.Die bunten Wimpel schwankenIn leiser Lüfte Tanz,Und um die Masten rankenSich festlich Kranz an Kranz.Ein Engel sitzt am Steuer,Und vor ihm zieht ein Licht, ¦ Das, wie ein himmlisch Feuer,Durch Nebel Bahnen bricht.Die goldnen Ruder streifenMit leisem Klang das Meer,Und lustig plätschernd schweifenDelphin’ im Kreis’ umher.Es eilt mit vollen LinnenDas Fahrzeug durch die Flut,Und freudig grüßet drinnenEin Held, getreu und gut.Er schlägt mit seiner RechtenIn’s klangreich goldne Spiel;Er traut des Himmels Mächten,Im Auge fest sein Ziel.Aus seinen Saiten rauschet,Was froh die Herzen schwellt,Und seinen Tönen lauschetEntzückt die halbe Welt.Drum ladet nah und ferneIhn jedes Ufer ein;Denn jedes nennte gerneDein lieben Meister sein.Doch lassen wir ihn nimmer,So lang’ er uns nicht läßt,Und halten immer, immerDen theuren Meister fest. ¦ Sein Name zieh’ und treibeHinaus von Strand zu Strand;Er aber selber bleibe,Wo unser Herz ihn fand.Und trägst du, Bord der Lieder,Ihn dennoch fern hinaus,So bring’, o bring’ ihn wiederZu seiner Lieben Haus! –Geh’ dann mit gutem Winde –Dir folgt der Freunde Blick!Und den du trägst, er findeZum Kranz das vollste Glück!

Karl Förster.

[Originale Fußnoten]

  • *) Am Vorabende seines Geburtstages (d. 18. Nov. d. J.) im Liederkreise zu Dresden. Dem Tage selbst wurde die würdigste und bleibendste Gabe in einer Denkmünze aus der Werkstätte unsers geschickten Münzgraveurs Krüger, die (nach der Angabe des Inspektors der Antiken Dr. Hase) auf der einen Seite das wohlgetroffene Bildniß des gefeierten Tonsetzers, auf der Rückseite aber, in einer eben so gefällig ausfüllenden, als sprechenden Allegorie den „Meister der Töne“ Arion, auf einem Delphine reitend, zeigt. – Die nahe bevorstehende Reise des Künstlers nach England veranlaßte zunächst die letzten Strophen des kleinen Gedichts.

Apparat

Zusammenfassung

Incipit

Generalvermerk

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Frank Ziegler
Korrektur
Eveline Bartlitz

Überlieferung

Textzeuge

Zeitung für die elegante Welt, Jg. 25, Nr. 240 (8. Dezember 1825), Sp. 1913–1915

Textkonstitution

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