Georg August von Griesinger an Carl August Böttiger in Dresden
Wien, Samstag, 18. Oktober 1823

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Verehrtester Freund,

Gestern hätte ich bei Piquot den Abend mit Weber zubringen sollen; er ließ aber wegen überhäufter Geschäfte absagen, und ist auch zu Hauße selten zu treffen

Es heißt die Euryanthe werde am 25 sten d. gegeben werden, und Weber ist mit dem Eifer, womit die Grünbaum, Sonntag und Haizinger ihre Rollen einstudieren sehr zufrieden. An der Güte der Composition ist nicht zu zweifeln, und wer seinen Maasstab klein genug nimmt, und vergeßen kann, was die italienischen Virtuosen leisteten, wird Genuß und Befriedigung finden. Dankbarer ist es freilich, für eine Fodor zu componiren, als für irgend eine der deutschen Sängerinnen, wie sie heißen mögen. […]

Gottbefohlen!
Ihr
treuer
Gr.

Apparat

Zusammenfassung

er hat Weber nicht treffen können, da dieser mit Vorbereitungen zur Premiere sehr beschäftigt ist, er sei beeindruckt, mit welchem Eifer die Sänger der Hauptpartien ihre Rollen studierten. G. betont abermals die Überlegenheit der italienischen Sänger gegenüber den deutschen. Politische Fragen werden erörtert und dass Fürst Metternich wirklich krank war und ob es stimme, dass Goethe ein 17jähriges Fräulein von Lewezow heiraten wolle, das Gerücht wurde verbreitet, weil er sich in Karlsbad ständig mit ihr zeigte

Incipit

Gestern hätte ich bei Piquot den Abend mit Weber zubringen sollen

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Sondermann, Frieder; Eveline Bartlitz

Überlieferung

  • Textzeuge: Dresden (D), Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Handschriftenabteilung (D-Dl)
    Signatur: Mscr. Dresd. h 37:4, Bd. 64, Nr. 196

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b. S.)

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