Miller, Julius

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Basisdaten

  1. Schlesinger, Julius Wirklicher Name
  2. 1772 (andere Angaben: 1774) in Dresden
  3. 7. April 1851 in Charlottenburg bei Berlin
  4. Sänger (Tenor), Schauspieler, Komponist, Gesangspädagoge, Theaterdirektor
  5. Amsterdam, Schleswig, Breslau, Dessau, Leipzig, Dresden, Königsberg, Darmstadt, Kassel

Ikonographie

Biographische Informationen aus der WeGA

  • frühe Theateranstellungen
  • deb. 1799 in Amsterdam (Tamino in der Zauberflöte)
  • 1799/1800 bei Christian Wilhelm Klos und Heinrich August Hansing in Flensburg
  • 1800–1804 am Hoftheater Schleswig; dort entstand seine Oper Der Freybrief (UA vermutlich 1802)
  • Ostern 1804 Solist in einem Konzert zur Ostermesse Leipziger Gewandhaus
  • Breslau
  • Debüts am Breslauer Theater im Frühjahr 1804 als Belmonte (Entführung aus dem Serail), Tarar (Axur), Tamino (Zauberflöte)
  • angestellt als Ersatz für den Ostern 1803 abgegangenen Tenor August Leißring für erste Tenorrollen (sang in Breslau u. a. die Titelrolle in Titus, Murney (Das unterbrochene Opferfest), Roland (Haydns Orlando Paladino), Graf Armand (Wasserträger), Saint Val (Fanchon), Ferrando (Così fan tutte)
  • ging im Frühjahr 1805 ab nach St. Petersburg (C. M. von Weber trug sich am 18. Mai 1805 noch in sein Stammbuch ein)
  • im August 1805 zurückgekehrt nach Breslau, gab am 28. August 1805 wieder den Belmonte
  • Mitwirkung in Webers Benefizkonzert am 3. April 1806 (Solist in Kunzens Halleluja der Schöpfung)
  • gemeinsam mit Weber und Berner Mitglied eines musikalischen Klubs
  • am Breslauer Theater Uraufführung seiner Oper Die Verwandlungen (26. September 1807; ein Klavierauszug der „Favorit-Gesänge“ erschienen 1808 bei Graß & Barth in Breslau); eine Nummer daraus verwendete Weber später in arrangierter Form als Einlage in Fischers gleichnamiges Werk
  • Abschiedskonzert im Breslauer Redoutensaal am 29. März 1808 angezeigt in: Wöchentliche Theater-Nachrichten aus Breslau, Bd. 3, Nr. 38, S. 304
  • Frühjahr 1808 Abgang nach Wien, dort allerdings nur drei wenig erfolgreiche Gastauftritte am Kärntnertortheater am 24. Mai als Belmonte (Entführung aus dem Serail), am Hofburgtheater am 29. Juni erneut als Belmonte sowie im Theater an der Wien als Titus am 14. Juli
  • Dessau
  • während der Gastauftritte der Dessauer Hoftheatergesellschaft unter Direktor Friedrich Wilhelm Bossann in Leipzig (6. Nov. 1808 bis 25. März 1809) dortige Debüts: Sextus (Titus) 15. November, Belmonte 27. November, Tamino 30. November
  • Konzertsolist im Leipziger Gewandhaus am 17. November 1808
  • in Leipzig Uraufführung seiner Oper Der Kosaken-Offizier (1809; Klavierauszug 1811 bei Hilscher in Dresden)
  • Mitglied der Dessauer Gesellschaft bis zur kriegsbedingten Schließung des Theaters im April 1810 (im Juni/Juli 1809 auch an den Magdeburger Gastauftritten beteiligt)
  • Leipzig/Dresden
  • Herbst 1810 bis Herbst 1813 bei der Operngesellschaft von Joseph Seconda in Leipzig und Dresden; sang dort u. a. Orest (Glucks Iphigenie in Tauris), Titelrolle in Don Giovanni, Graf Armand (Wasserträger), Jacob Friburg (Schweizer-Familie), Montalban (Marie von Montalban)
  • mehrfach Beteiligung bei Gewandhauskonzerten in Leipzig (auch am 14. Januar 1812 im Konzert von C. M. von Weber und Heinrich Baermann sowie am 1. Januar 1813)
  • Uraufführung seiner Oper Julie oder Der Blumentopf (Leipzig Februar/März 1812)
  • Weber pflegte engen Kontakt zu Miller bei seinen Leipzig-Besuchen Dezember 1811/Januar 1812 sowie Dezember 1812; Miller besuchte Weber in Prag im November 1813
  • Königsberg
  • am 26. Januar 1814 auf der Durchreise nach Königsberg Konzertauftritt in Warschau und Gastauftritte in Danzig
  • 16. Februar 1814 Debüt am Theater Königsberg, dort bis 1816 als erster Tenor engagiert; Beteiligung an der Direktion im Oktober/November 1815
  • in Königsberg Uraufführung seiner Oper Die Alpenhütte (1814), des Vorspiels mit Chören Preußens Morgenroth (18. Januar 1815) sowie der Schauspielmusik zu Kotzebues Hermann und Thusnelda (3. August 1815)
  • nach Abgang vom dortigen Theater 1816 Gastauftritte in Berlin am 20. April als Murney (Das unterbrochene Opferfest) und am 2. Mai 1816 als Tarar (Axur); danach vom 6. bis 15. Juni am Theater in Frankfurt/Main als Murney, Titus, Tamino, Tarar
  • Biographie ab 1816
  • Engagement am Hoftheater Darmstadt 1816 bis Juli 1817 (Gastrollen als Joseph bzw. Belmonte am 23./30. Juni 1816, danach angestellt)
  • 1817/18 als erster Tenor am Hoftheater Kassel
  • 1819–1822 am Theater Amsterdam, von dort aus im September 1821 Gastauftritte in Hannover (vgl. dazu die Charakterisierung seiner Stimme bei A. Klingemann, Kunst und Natur, Bd. 1, Braunschweig 1823, S. 265f.)
  • Gastauftritte bei Joseph Derossi in Elberfeld (Sommer 1822), in Leipzig (August 1822, anschließend Aufenthalt in Dresden, Besuch bei C. M. von Weber am 14. November 1822), in Berlin und Potsdam (November/Dezember 1822), Breslau (März 1823)
  • Sommer 1823 in Wien bezeugt, August 1823 Gastauftritt in München
  • Oktober 1823 bis 1825 wieder in Amsterdam bezeugt (Regisseur der Oper beim deutschen Theater); 1824 Uraufführung seiner Oper Merope
  • danach wechselnde Tätigkeit als Regisseur, Gesangslehrer (Kassel, Hannover, Berlin, Leipzig), Sänger (Winter 1828/29 in Aachen) oder Theaterdirektor in Mitteldeutschland (u. a. Dessau Winter 1832/33, Lauchstädt Sommer 1833, Halberstadt Herbst 1833, Köthen 1834, Erfurt Anfang 1835, Nordhausen Anfang 1835, Arnstadt 1835, Lauchstädt bis Anfang September 1835, Nordhausen Herbst 1835)
  • komponierte neben Bühnenwerken (letzte UA in Dresden 29. Juli 1846: Peruck und Musik oder Die Tabacks-Cantate) vorrangig Lieder und Gesänge sowie Kirchenmusik, außerdem Konzertouvertüren; in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn befindet sich eine Sammlung mit 12 Solfeggien Millers für Prinzessin Friedrich von Preußen (d. i. Luise, geb. von Anhalt-Bernburg)

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