Carl Maria von Weber an Caroline Weber in Hamburg
Eutin, Montag, 11. September 1820 (Nr. 2)

An

die

Freyfrau Caroline von Weber

Hochwohlgebohren

dermalen

zu

Hamburg

Valentin Kamp

162. bei dem

Friseur H: Langschwall.

Ich habe die Freude dich heute zum 2t male begrüßen zu können, da heute Nacht die Post nach Hamburg geht, und die Mukkin also Morgen Abend schon weiß daß ihre Männe glüklich und gut in Eutin angelangt ist.      Heute früh 8 Uhr fuhren wir von Lübek ab und kamen auf gutem Wege um ½ 2 Uhr hier an. besahen nach Tische den Garten, und nun schreibe ich diese Zeilen bei H: Fürstenau |: Onkel des unsrigen :| wo schon der H: Kammerherr von Fabritius aus Plön angeritten kam, und alles bestimmt wurde. Uebermorgen ist hier mein Concert. Freytag in Plön. Sonnabend gehe ich über Kiel nach Schleßwig. das Dampfboot geht noch und wird durchaus und einstimmig gerühmt.      Alles ist hier arrangirt ich habe fast gar nichts zu thun.      Die Musiker kommen zu 20 bis 11 Meilen weit auf ihre Kosten, und nehmen nichts. ist das nicht außerordentlich?      Meine Brüder schwimmen hier in alten Errinnerungen, da sie hier erzogen sind. ich muß jezt schließen, da eine Probe um 7 Uhr ist. Gott segne dich, schlafe recht wohl und träume gutes von deinem Herrn, Gott erhalte dich gesund mein lieber Mohr, willst du mich nicht Kammerdirkkern?      Wenn ich nur schon Nachricht von dir hätte, ich bin recht ängstlich um deine Ruhe.

Mir geht es recht wohl. auch der Zahn quält mich nicht so sehr.      gute gute Nacht.
Ewig dein treuer dich unendlich treu liebender Muks.

Millionen Bußen.

Apparat

Incipit

Ich habe die Freude dich heute zum 2t male begrüßen zu können

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Mus.ep. Weber, C. M. v. 136

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b.S. einschl. Adr.)
    • Siegellöcher
    • Auf der Rectoseite oben rechts Ergänzung von Jähns: N. 1. 3 (Blaustift)2.(Blei) (1820)
    • Blaustiftergänzung von unbekannter Hand

Textkonstitution

  • „Kammerdirkkern“Unsichere Lesung.

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