Carl Maria von Weber an Carl Graf von Brühl in Berlin
Dresden, Montag, 25. Dezember 1820

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Hochgeborner Herr Graf!
Hochgeehrtester Herr und Freund!

Während meines Aufenthaltes in Braunschweig habe ich der dortigen Direktion den Freyschützen überlassen, den Herr Dr. Klingemann mit ungemeiner Wärme erfaßte und zur Februar Messe in Scene bringen wollte* Damals hatte ich dagegen nichts einzuwenden, da ich natürlich hoffte, daß die Oper spätestens zu Neujahr in Berlin gegeben werden würde. Nun wird mir aber nachgrade Angst bei der Sache, u. ich bitte Ew. Hochgeboren ergebenst mir ein Schreiben in der Art zukommen zu lassen, daß ich durch dessen Inhalt Herrn Direktor Klingemann abhalten kann die Oper so früh zu geben.      Es ist freilich traurig, daß die guten Braunschweiger Eifer, Kosten u. Zeit vor der Hand unnütz sollen verschwendet haben – aber was ist da zu machen – sie sind eben mit in unser Schicksaal verwickelt worden. – – –

Herr Bärmann hat mir Hochdero freundliche Grüße bestellt*, die ich dankend anerkenne.

Mad. Stich habe ich im Fluge beim Grafen Kalkreuth gesehen.

Verzeihen Ew. Hochgeboren meine Kürze u. Eile und genehmigen Sie die Ausdrücke der vollkommensten herzlichen Verehrung, mit welcher ich unwandelbar bin Ew. Hochgeboren ganz ergebener
  C. M. von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

er habe in Braunschweig Klingemann den Freischütz überlassen, wo er im Februar in Szene gehen solle; nun drohe durch die Verschiebung in Berlin diese Aufführung zur Uraufführung zu werden; er bittet daher Brühl um ein Schreiben, damit er Klingemann von der Aufführung abhalten könne

Incipit

Während meines Aufenthaltes in Braunschweig

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. a., Nr. 24, S. 25–26

    Quellenbeschreibung

    • Abschrift von Ida Jähns

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Brühl, S. 28, Nr. 26

Textkonstitution

  • „Schicksaal“sic!

Einzelstellenerläuterung

  • „… Messe in Scene bringen wollte“Im Tagebuch sind weder ein Treffen mit Klingemann noch Verhandlungen über den Freischütz in Braunschweig erwähnt, allerdings der Versand des Werks nach Braunschweig am 24. November 1820. Aufgrund von Webers Intervention fand die Premiere in Braunschweig erst am 17. Januar 1822 statt.
  • „… mir Hochdero freundliche Grüße bestellt“Baermann hatte auf seiner Reise Auftritte in Berlin (25. November, 2. Dezember) absolviert, bevor er am 17. Dezember in Dresden eintraf; vgl. AmZ, Jg. 22, Nr. 50 (13. Dezember 1820), Sp. 844 und Jg. 23, Nr. 2 (10. Januar 1821), Sp. 28 sowie Tagebuch.

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