Johann Friedrich Rochlitz an Friedrich Schneider in Dessau
Leipzig, Dienstag, 11. September 1821

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[…] Mein Gedicht, der erste Ton, ist Ihnen wahrscheinlich bekannt. Maria Weber hat es, wie Sie gleichfalls wissen, als Deklamationsstück mit großem Schlußchor komponiert: aber als angehender Jüngling und mit so vielen Spuren der Jünglingszeit, daß es mir nie gefallen hat, wenn auch einzeln gute Gedanken mitunter vorkommen. (Die Zwischenspiele sind oft kleinlich-malend oder sonst spielend; mehrere trennen den Text, wo er nicht getrennt werden durfte; der Chor hat eine lange, hier ganz unpassende und sehr unklare, verworrene, zum Teil kaum ausführbare Fuge &c.). Nun habe ich jetzt dies Gedicht ganz umgearbeitet, und, irre ich nicht, es nicht nur überhaupt wesentlich verbessert, sondern auch es für musikalische Bearbeitung viel passender gemacht. Wollen Sie es nun in Musik setzen? Deklamationsstück – aber nur ganz anders angesehen – muß es werden und auch wieder ein großer Chor, aber mit wechselnden Soli, muß es beschließen. Das Gedicht kommt in den 5. Band meiner ‚Auswahl‘ &c., der zur nächsten Ostermesse erscheint. Verlangten Sie es aber, so schriebe ich’s Ihnen auch allenfalls früher ab. In jedem Fall würde ich dann aufsetzen, wo ich mir einfallende oder begleitende Musik denke, wie ich glaube, daß diese anzuordnen wäre &c.; nicht als wollte ich damit eine Vorschrift geben, sondern nur, es dem Komponisten zu erleichtern, und ihn vielleicht da und dort auf eine originelle, noch nie dagewesene Idee zu leiten. […]

Apparat

Zusammenfassung

Rochlitz bietet Schneider sein umgearbeitetes Gedicht "Der erste Ton" zur Vertonung an und resümiert über Webers Komposition

Incipit

Ich habe seit Ihrem letzten Besuche direkt gar nichts und indirekt

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. Wilhelm Hosäus, Aus den Briefen Friedrich Johann Rochlitz' an Friedrich Schneider, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 4 (1884), Heft 2, S. 146*

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