Wilhelm Künzel an Friedrich Wilhelm Jähns in Berlin
Leipzig, Donnerstag, 18. Januar 1872

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Hochgeschäzter Herr Professor!

Beehrt mit Ihrem Werthen von gestern, sage ich Ihnen schönsten Dank für gegebene genaue Auskunft Kayser betr und den Bescheid, an wen der retournirte Brief Weber’s gerichtet ist. —

Durch Rücksendg des einen Briefes von Kayser u. beigefügten 1rh Schein haben Sie 6 gr bei mir gut, die ich Ihnen inl. in fco Marken zurück vergüte.

Jener Weber Brief war aus dem Nachlaß Petter’s in Wien, mit welchem Sie auch in Verbindung gestanden haben.

Aus derselben Quelle sende ich Ihnen hier noch 2 kleine Briefe Weber’s zur Ansicht:

22 April 1817. 1. p. in 8to an Hofrath R 3. 25
Dienstag 19 April 1825 1. p in 12
an Herrn Hofrath u. Ritter (die Namen auf der Adresse sind ausradirt)

R 3. 25
Netto R 7. 20. |

Es steht ganz bei Ihnen, Solche ganz oder theilweise zu erwerben für beigesezte Preise, oder mir Solche zurückzugeben.

Jenes Manuscript, Arie zu Oberon für Braham* überließ ich Herrn Carl Meinert Kaufmann in Dessau, welcher Ihnen auch persönlich bekannt ist, wie mir Derselbe versicherte. Jenes Manuscript der Schottischen Lieder* von Weber, das Sie sr Zeit gesehen haben u. genau kennen, würde ich Ihnen für Acht&Dreissig Thlr äußerst überlassen. —

Wie hoch jezt dergl Manuscripte bezahlt werden, mag Ihnen sr Zt das Resultat der Clauss’schen Auction darthun. Für die Aufforderung zum Tanze sind 100 rh limitirt, und Clauss hatte sr Zt dieses Stück für 50 rh erstanden. — Die geistreiche Rahel Varnhagen | hat leider Weber nicht zu würdigen gewußt, wie dieß aus einem Bfe v 19 Maerz 1817. hervorgeht, den ich besitze, in welchem sie sagt, „den Maria W. kenne ich. Alles weiß er in der Musik, nur die Musik nicht. Und wäre Mozart nicht bizar u. in d. Volltönigkeit mißtönig, so lebte er für ihn u. seinesgleichen nicht!“ etc etc.

Rahel schien besondere Vorliebe für die italienische Musik gehabt zu haben.

Genehmigen Sie die erneuerte Versicherung meiner Hochachtung
Wilh. Künzel
Doerrien Str 1.

Apparat

Zusammenfassung

dankt für die Nennung des Adressaten des am 15. Jan. angebotenen und zurückgeschickten Briefes, er stammt aus dem Nachlass Petters in Wien, aus derselben Quelle bietet er zwei weitere Briefe Webers an: 22. April 1817 (an unbekannt); 19. April 1825 (an Böttiger); die Arie des Braham aus Oberon überließ er Carl Meinert (Kaufmann in Dessau), die Schottischen Lieder würde er J. für 38 Taler überlassen; Preise haben angezogen wie die Auktion von Clauß zeigt, in der die Aufforderung zum Tanze für 100 Taler angeboten wird, angekauft wurde es für 56 Taler; des weiteren zitiert er aus einem Brief der Rahel Varnhagen vom 19. März 1817 ein negatives Urteil über Weber

Incipit

Beehrt mit Ihrem Werthen von gestern

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. X, Nr. 347

    Quellenbeschreibung

    • 1 DBl. (3 b. S. o. Adr.)

Textkonstitution

  • „v 19 Maerz 1817.“über der Zeile hinzugefügt

Einzelstellenerläuterung

  • „… Arie zu Oberon für Braham“Autograph der nachkomponierten Arie des Hüon „Yes, even Love“.
  • „… Jenes Manuscript der Schottischen Lieder“Das heute verschollene autographe Fragment enthielt die ersten vier der insgesamt zehn Nummern (Nr. 1 und 4 in Erstfassung).

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