Caroline von Weber to Hinrich Lichtenstein in Berlin
Dresden, Saturday, March 21, 1840

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Dem Herrn

Geheimrath Lichtenstein

Wohlgeboren

in

Berlin.

Franco.

Wie gut sind Sie mein Theurer Freund! wie freundlich sorgen Sie für uns! wie erleichtern Sie mir den schweren Schritt den ich nun zu thun habe! – Sie glauben es nicht, welchen Trost eine so einsamstehende Frau in der Uiberzeugen findet daß doch noch Jemand mit wahrer Freundschaft sich für sie intereßiert, daß sie doch noch nicht ganz verlaßen ist. Und alles Gute was mir von Ihnen kommt ist mir ja doppelt lieb, und werth weil es so ganz in Webers Geiste gegeben wird und ich dieselbe Empfindung dabey habe als käme es nur aus seiner Hand. Gebe nun Gott daß Max in Berlin so gut, und brav bleibt, als er jetzt ist; daß er sich zu einen nützlichen Mitglied der Menschlichen gesellschaft aus bildet, damit Ihre väterliche Fürsorge, darin ihre Belohnung findet.

Uiber seine Studien, wie auch über die Beschaffenheit seiner praktischen Arbeiten, wird er Ihnen noch mündlich manche Bitte ans Herz zu legen haben. Was Ihre gütigen Anordnungen, wegen einer Wohnung für mich betrifft, so könnte ich mir es ja nicht beßer wünschen, und ich bitte Sie herzlich vom 6t April an, wo ich hier abzureisen gedenke sie für uns in Beschlag zu nehmen. Ich werde aber doch lieber gleich von hier aus mich auf den Eilwagen setzen, und gedenke wohl so eine Nachtfuhre noch auszuhalten. Ich käme dann wohl den 7t um 2 Uhr in Potzdam an, und würde mich unendlich freuen fände ich daselbst Einen unserer lieben Freunde der mir ein freundlich Willkommen von Ihnen brächte. Den armen Alex aber kann ich leider seiner Studien wegen, die sich grade jetzt nicht so lange unterbrechen laßen, nicht mitbringen, und es ist am Ende wohl gut daß ich so einen Mangnet hier laße, Sie würden mich sonst wohl gar nicht mehr los. Ich werde mir wohl überhaupt gleich ein Sommerlogie auf dem Eilwagen zwischen Dresden und Berlin mithen müßen sonst wird das arme Mutterherz wohl keine Ruhe haben.

Leben Sie wohl mein Theurer Freund. Bald bald hofft Sie zu sehen Ihre L vWeber

1000 Grüße von den Kindern und mir an Ihre Familie, und alle Freunde

Editorial

Summary

dankt für Lichtenstein Sorge um die Familie u. hofft, dass Max in Berlin zu einem nützl. Mitglied der Ges. heranwächst; sie bittet ihn ab 6. April eine Wohnung zu reservieren u. will mit dem Nachtzug kommen

Incipit

Wie gut sind Sie mein Theurer Freund! wie

Tradition

  • Text Source: Leipzig (D), Leipziger Stadtbibliothek – Musikbibliothek (D-LEm)
    Shelf mark: PB 36

    Physical Description

    • 1 DBl.? (4? b. S. einschl.Adr.)
    • Siegel und Siegelloch

    Corresponding sources

    • Herbst, Hartmut, Max Maria von Weber, Düsseldorf 2000, S. 168f.

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