Carl Maria von Weber an Johannes Aloys Miksch in Dresden (Entwurf)
Dresden, Donnerstag, 11. Oktober 1821

Absolute Chronologie

Vorausgehend

Folgend

Allerdings habe ich mich selbst auch von Fähigkeiten der Demoiselle Hanf* überzeugen wollen, ehe ich ihrer Anstellung zufrieden war. E: W: scheinen im gänzlichen Verkennen Ihrer Verhältniße als ChorDirektor zu dem KapellMster zu befangen zu sein wenn Sie sich darüber verwundern.

Daß der H: Geh: Rath von Könneritz* früher meiner als dieß geschehen Mlle: Hanf schon bestimmt angestellt haben mag auf einem Mißverständniß beruhen, und werde ich darüber bei demselben gebührend meine Anfrage machen. der Chor Direktor hat aber blos vorzuschlagen, und kann weder willkührlich verabschieden noch anstellen.

H: Mezner brachte* in der Regel die Choristen mir selbst vor, wo ich sie nach Befinden hörte oder nicht. in einem Institute das ich selbst erschaffen, wird ich mir schwerlich Jemand vorschreiben können was ich für nöthig oder nicht nöthig zu errachten habe.

Von persönlicher Kränkung in Bezug auf Ihre als Gesangslehrer erworbenen Kenntniße kann hier nicht die Rede sein.

Auf meinen Vorschlag und nicht ohne Mühe h […] von meiner Seite hat der H: Graf von Vizthum Sie zum Chordirektor gemacht. ich pflege nur nach Ueberzeugung zu handeln und diese nicht alle Augenblikke zu wechseln, die Achtung die ich für Ihre Kenntniße und Erfahrung als Gesangslehrer hatte, habe ich noch und als einen Beweiß derselben mögen Sie diese Erwiderung auf eine Anfrage ansehen, die ein so totales Verkennen Ihrer DienstVerhältniße in sich ausspricht.

Ew: Wohlgebohren bereitwilliger
CMvW:

Apparat

Zusammenfassung

betrifft die Anstellung eines Sängerin; Weber verweist Miksch in seine Schranken, da ihm als Chordirektor keine Engagements zustünden; Weber wolle die Choristen selbst begutachten; versichert, daß dies nicht gegen Miksch persönl. gerichtet sei;

Incipit

Allerdings habe ich mich selbst auch von den Fähigkeiten

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Entwurf: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
Signatur: WFN - Handschriftliches XI, Bl. 74b/r

Weitere Textquellen
  • MMW II, S. 342.

Textkonstitution

  • "zu": durchgestrichen.
  • " Sie": "sie" überschrieben.
  • "Daß": "Sollten" überschrieben.
  • "meiner": durchgestrichen.
  • "schon bestimmt": Hinzufügung.
  • "bei": Hinzufügung.
  • "wird": "werde" überschrieben.
  • "ich": durchgestrichen.
  • "schwerlich Jemand": "nicht" durchgestrichen.
  • "können": "laßen" durchgestrichen.
  • "zu": Hinzufügung.
  • "h": Gelöschter Text nicht lesbar.
  • Unleserliche Stelle (ca. 3 chars)
  • "in sich": durchgestrichen.

Einzelstellenerläuterung

  • "Demoiselle Hanf": Der Streit um Dem. Hanf drehte sich vermutlich um deren Stimmlage: Bei Kornemann 1822 ist sie noch als Sopranistin, im folgenden Jahr jedoch als Altistin geführt.
  • "Könneritz": Weber hatte den Brief von Miksch Hans Heinrich von Könneritz am 11. Oktober 1821 gezeigt.
  • recte "brachte": in der Vorlage "stellte"
  • "… H: Mezner stellte brachte": Beide Alternativen sind fraglich.

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