Carl Maria von Weber an Hans Heinrich von Könneritz in Dresden
Dresden, Freitag, 8. November 1822

Hochwohlgebohrner
Hochzuverehrendster Herr GeheimRath!

Da es gar keiner Frage unterworfen ist, daß jeder Dichter und Komponist es als hohe Ehre betrachten muß wenn eine seiner Arbeiten zu solchem Feste erwählt wird, so kann wohl von meiner Zustimmung gar nicht die Rede sein, zumal, da die Oper Abu Haßan Eigenthum der Königl: Direktion ist. Ja, es komt mir wohl kaum zu eine Meynung zu haben.

Verzeihen Hochdieselben wenn ich gestehen muß, nicht ganz klar in dem zu sehen, was Sie über die Besezzung gütigst bemerken. Mir ist sie durchaus nicht anders denkbar, als wie

Abu Haßan H: Unzelmann.

Fatime. Mad: Haase.

Omar. H: Keller.

Herr Unzelmann ist mit einem so reichen Talent begabt, daß Er gewiß kann was Er ernstlich will. Um desto betrübender ist es wenn Er sich Willkührlichkeiten erlaubt die Niemand billigen kann der es redlich mit der Kunst meint. Uebrigens habe ich durchaus nichts gegen ihn; und hätte ich es, würde und könnte es auf Dienstsachen nie und nirgend Einfluß haben.

Für was sich E: Hochwohlgebohren auch entscheiden mögen, bitte ich um baldigste Bestimmung, da die Zeit sehr drängt.

Mit vollkommenster Hochachtung
E: Hochwohlgebohren ganz ergebenster
CMvWeber

Apparat

Zusammenfassung

bezieht sich auf die Auff. des Abu Hassan in Dresden zur Hochzeit des Prinzen Johann von Sachsen: Unstimmigkeiten bei der Rollenbesetzung, besonders zu Unzelmann; bittet um baldige Entscheidung;

Incipit

Da es gar keiner Frage unterworfen ist

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz

Überlieferung

Textzeuge

Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
Signatur: Mus.ep. Weber, C. M. v. 249

Quellenbeschreibung

  • 1 DBl. (1 b. S. o. Adr.)

Überlieferung

  • Bodin, Thierry: Auktion (8. April 1992), Nr. 138, mit Faks.
  • Charavay (Maison): Bulletin 697 (Juni 1957), Nr. 26.472
  • E. Charavay: Lettres Autographes (Slg. A. Sensier), Paris 1878, Nr. 738

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