Veröffentlichung des Rundschreibens an sämtliche Bühnen betreffs "Oberon" inkl. Vorwort

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Anzeige.

Leider habe ich mich veranlaßt gefunden, nachstehendes Rundschreiben an die geehrten Bühnen Direktionen der Städte Altona, Amsterdam, Altenburg, Augsburg, Stargard, Bamberg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Breslau, Brünn, Liegnitz, Kassel, Köln, Danzig, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main und [Frankfurt] an der Oder, Freiburg, Grätz, Halle, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Königsberg, Kopenhagen, Leipzig, Lemberg, Linz, Lübeck, Magdeburg, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg, Pesth und Ofen, Posen, Prag, Preßburg und Baden, Petersburg, Regensburg, Reval, Riga, Salzburg, Schwerin, Stralsund, Stettin, Strelitz, Stuttgart, Stockholm (Vogt- und Groch’sche Gesellschaft), Weimar, Wien, Würzburg, – ergehen lassen zu müssen. Um aber den Inhalt desselben auch zur Kenntniß derjenigen Bühnendirektionen zu bringen, denen es zufällig nicht unmittelbar zugesendet worden ist, so wie, um ihm überhaupt die möglichst ausgedehnte Publicität zu geben, habe ich auch dessen Abdruck in öffentlichen Blättern für nöthig erachtet.

Möge das geistige Eigenthum doch endlich auch, gleich anderm, sich des gesetzlichen Schutzes erfreuen und dadurch so mancher verletzenden öffentlichen Berührung entzogen werden.

Carl Maria von Weber.

Rundschreiben an sämmtliche Bühnen.*

Da, außer in Frankreich und England, das geistige Eigenthum noch auf keine Weise gänzlich vor räuberischen Anfällen gesichert ist, – diebische Copisten und gewissenlose Musikhändler aber, wie z. B. Zulehner in Mainz – selbst Bühnen vom ersten Range durch ihr Zudrängen verleitet haben, sich meine Werke auf unrechtmäßigem Wege zu verschaffen, so sehe ich mich genöthigt, die Maßregel zu ergreifen, Sie mit Gegenwärtigem zu belästigen; indem ich mir die Ehre gebe, Ihnen anzuzeigen, daß die von mir zunächst für London componirte Oper: Oberon, durch eine treffliche deutsche Bearbeitung des Herrn Hofrath Winkler (Theodor Hell) zur Aufführung in Deutschland vorbereitet, nur unmittelbar von mir selbst auf rechtmäßige Weise erhalten werden könne.

Ich ersuche ergebenst, mir nur mit zwey Worten den Empfang dieser Anzeige gefälligst zu bestätigen, und sich durch diese keinesweges zum Ankauf des Werkes aufgefordert zu glauben, da die eigenthümlichen Verhältnisse jeder Bühne allein ihr Repertoir bestimmen können.

Zugleich werde ich diese Anzeige nebst dem Verzeichniß der geehrten Bühnen Direktionen, denen sie zugesendet worden, in den gelesensten Zeitschriften zur Kenntniß des Publikums und Warnung der Unterschleifhändler öffentlich bekannt machen.

Der ich die Ehre habe mit Achtung zu seyn Carl Maria von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

Veröffentlichung des Rundschreibens, welches Weber an verschiedene Bühnen schickte; daraus geht hervor, dass nur von ihm Partitur und Buch seiner Oper "Oberon" zu beziehen wären; gegenüber dem Entwurf und dem Privatdruck ergänzt um eine kleine Einleitung, in der er die Bühnen nennt, an die er das Rundschreiben bereits geschickt hat

Generalvermerk

Weber hat davon aber auch einen Einzeldruck (Lithographie) herstellen lassen, den er dann an verschiedene Bühnen schickte; vgl. TB 19. Januar 1826 und Entwurf des Rundschreibens. Zum Versand vgl. auch Th. Hell in Abend-Zeitung, Jg. 10, Nr. 11, 15. Juni 1826, S. 44: „Aus den Zeitschriften ist das Anschreiben bekannt, welches Weber, ehe er nach London reiste, an dieselben in Bezug auf den Ankauf seines Oberon für die Darstellung erließ. Von 55 darin genannten Bühnen ist von 21 Antwort an denselben, mit Anerkennung und Zusage, oder mindestens mit Versicherungen der Berücksichtigung eingegangen. Mit Vergnügen und Dank nennen wir hier die Namen derselben. Augsburg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Breslau, Cölln, Darmstadt, Hamburg, Lemberg, Lübeck, Magdeburg, München, Neu-Strelitz, Nürnberg, Pesth, Presburg, Regensburg, Salzburg, Stuttgart, Weimar, Wien. Mit einigen Direktionen, z. B. Leipzig und Frankfurt hat Weber auf seiner Reise nach London deshalb mündlich sich besprochen. Von Altenburg, Bamberg, Riga und Petersburg sind die Briefe uneröffnet zurückgekommen. Die übrigen haben nicht geantwortet.“

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Schreiter, Solveig

Überlieferung

  • Textzeuge: Wegweiser im Gebiete der Künste und Wissenschaften, Beilage zur Abend-Zeitung, Jg. 10, Nr. 15 (22. Februar 1826), S. 60

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Eos, Zeitschrift aus Bayern, Jg. 9, Nr. 39 (10. März 1826), S. 158
    • Zeitung für die elegante Welt, Jg. 26, Intelligenzblatt Nr. 7 (11. März 1826)
    • Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens, Jg. 19, Nr. 31 (14. März 1826), S. 128
    • Morgenblatt für gebildete Stände, Jg. 20, Intelligenz-Blatt Nr. 15, Beilage zu Nr. 93 (19. April 1826), S. 59f.
    • Tagebuch der deutschen Bühnen, 1826, Nr. 5, Mai 1826, S. 147–148
    • ohne Vorwort in: Kaiser (Schriften), S. 407 (Nr. 156)

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